 Doch die Unterscheidung in Ghetto-Untergrund und Bildungsbürger-Posertum führt im HipHop dazu, dass die wichtigeren Kriterien leicht übersehen werden: Beats, Flow und Inhalt. Bei diesem drei Punkten kann sich Mach One gemütlich zurücklehnen und braucht kaum eine Wertung zu fürchten.Der Kreuzberger Produzent bastelt sich Beats, die abwechslungsreich, melodisch und druckvoll sind und problemlos als Instrumentals bestehen können (Anspieltipp Track 5 und 9). Beim Flow und Inhalt erinnert Mach One an eine Mischung aus Eminem und Sido. Vor allem bei "Schütze deine Eltern" lässt sich die Ähnlichkeit in der Erzählweise mit "Mein Block" nicht verbergen. Das ist aber nicht tragisch, denn wie Sido schafft Mach One es, Einblick in (s)ein Leben zu geben, das Drogen und Knast zwar als Erfahrung akzeptiert, aber nicht verherrlicht. Nur dass er sich bei seiner Freundin bedankt, dass er sie auch mal schlagen kann, ohne dass sie ihn anzeigt ("Juscha's Lied"), stößt etwas bitter auf. Der Titel verrät, dass mit diesem Album nicht Schluss sein wird. Auf insgesamt drei CDs will Mach One seine Geschichte erzählen und wenn sich die nächsten beiden ebenfalls so abwechslungsreich und gut anhören, dann warten wir gerne. Auf die nächsten Meisterstücke.
Robert Kneschke
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