|
Welch ein Luxus, aus hunderten von hierhin und dorthin und auch herausragenden Bands auswählen zu können, welche dann für eine wunderschön aufgemachte Compilation unter dem eigenen Namen nur zu gerne herhalten. In limitierter Auflage erscheint mit “When The Cat Returns… The Mice Are Fucked“, in einer grafisch dezent, doch umso stilvoller aufgemachten Papphülle, mit dickem Booklet, ein geschmackvoller “Southern Records“-Minimaleindruck. Das ist ein schönes SammlerInnen-Stück, eine Ergänzung für Southern-fizierte, eine Zukunftsmusik-Versammlung oder ein netter Einstieg.
Wehrmutstropfen ist die kürzlich bekannt gewordene Auflösung des Trios Karate, sie haben einen sehr eigenen, ernsten und poetischen Weg aus Post-Core-Sackgassen, ein in dieser Form einmaliges, von Jazz geprägtes Songwriting erschaffen und sind nun leider am Ende. Ihr Track Water drückt damit, stellvertretend, nur noch das Bleiben schöner Erinnerungen aus.
 Spannungsvoll freudig stimmt das exklusiv auf dieser Kompilation veröffentlichte Stück der Bass-Bass-Schlagzeug-Zauberer von “Dianogah“. Auf ihr Album “Battle Champions“ schaffte es “Good One Buck“ zur Jahrtausendwende nicht. Doch dieses von Steve Albini produzierte Tieftöner-Melodiengeflecht ist ein wirkliches Geschenk.
Zwischen uralter Tradition und aufregender Avantgarde bewegen sich auch sämtliche noch enthaltenen Liedbeiträge – auf stromlos-elektrisierende Weise bei den beiden letzten Stücken des Samplers.
Die “Tight Phantomz“ singen zu schmutzigem Riff-Spagat von der körperlichen Liebe, “Darediablo“ machen debilen Hardrock zu unaufdringlich fordernder Gehirngymnastik. “Todd“ reanimieren Noise Rock-Vorzüge, “Slow Loris“ enthüllen zerbrechliche Schönheit, während “Tornavalanche“ mit dem Instrumentarium des Rock Naturkatastrophen zu imitieren erwägt.
|
T. Stalling http://www.southern.com
http://www.southern.net
    |