 Während also die Kombination von aufgepumpten Beats und
Wohlfühlgekuschel vor zwei Jahren noch ein dreister Gag war, an dem
sich
die Geister hätten scheiden können, gab es stattdessen ein großes Fest
für everybody - ein Fest, dem sich Goldfrapp mit "Supernature" zu
verpflichtet fühlen. Was vorher Bombast war, ist jetzt Kitsch, der
vormalige Clash nun endgültig Bumsdisco. Schon die erste Single "Ooh
La
La" (im Übrigen erneut in grandiosen Remixen zu haben) war so plump
wie
es ihr Titel nur vermuten ließ und geht gerade deswegen vermutlich in
diesem Moment durch die Decke viel zu einschlägiger Clubs - und Songs
wie "Fly Me Away", no offense, passen ganz prima auf jeden RTL
II-Sampler.Sicher, "Supernature" hat seine Momente, in denen sich das zweifellos
nach wie vor vorhandene Geniale ihres künstlerischen Ansatzes seinen
Bann bricht - das exotische "You Never Know" etwa oder das
acid-verstrahlte "Slide In". Mehr als man sich über sie freuen kann,
machen diese Songs jedoch klar, was anderswo auf "Supernature"
verschenkt wurde. Friedrich Reip
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