 Doch als ich in das letzte Album "Teenage Mutant Horror Show" reinhörte, wurde ich eines besseren belehrt. Die aggressiven Battle-Lines und sexistischen Texte sind zwar immer noch vorhanden, aber in kleinen Dosen, die gerade noch ertragbar sind. Doch wer sich davon abschrecken lässt, verpasst viele witzige oder einfach treffende Punchlines, die weder aus Notgeilheit noch falsch verstandener Härte entstanden sind. Das gilt auch für das neue Album "Zeit ist Geld". Nach dem Einlegen der CD folgt schon in der zweiten Minute der erste Lacher, wenn Prinz Porno rappt: "Weil ich mit fünfzehn keine Sorgen hatte, außer ich hoffe, meine Mutter sieht nicht meine Morgenlatte".Unter die Haut geht der Track "Trau dich" mit Esko und Sarah, in dem gefühlvoll über Selbstmorde gerappt wird. Das steht im krassen Gegensatz zu "Waffenschein", ein Song, der sich anhört als hätte Prinz Porno den Katalog eines Waffenhändlers vertont. Doch schon wenig später singt der Prinz über die Berliner Currywurst ("Curryking"), als hätte er eben nicht den harten Mann markiert. Prinz Porno klingt wie ein Stuttgarter, auf den zuviel Berlin abgefärbt hat oder wie ein Gangsta-Rapper für Gymnasiasten, mit intelligenten Battle-Texten, die auch mal Gefühle zulassen. Weder Fisch noch Fleisch, weder conscious noch hardcore. Genau das Richtige für Hobby-Hustler.
Robert Kneschke
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