 Damit stellen die drei Hamburger ihr sozialen Gewissen in den Vordergrund, beweisen aber den nötigen Blick auf die Realität. Hier gibt es weder moralische Zeigefinger oder einseitige Schuldzuweisungen für Terrorismus, Hungersnöte und Morde. Stattdessen zeigen Boris, Martin und Björn, dass sie auch keine Lösung wissen, ja, nicht einmal wissen, wie am besten getrauert oder damit umgegangen werden sollte.Musikalisch wird das mit einem souligen, frischen HipHop-Beat unterlegt, der mehrmals mit dem Stil eines Kanye West verglichen wurde. Dieser hätte sehr wahrscheinlich kein Sample von Falcos "Jeanny" benutzt, aber ansonsten ist das Beispiel treffend und in jedem Fall ein Lob. Neben diesem Track gibt es noch einen Remix, bei dem der Text neu eingesungen wurde, einen Remix vom Albumtrack "Lauterbach" und "Was in der Zeitung steht". Letzter Song ist eine kurze Punkrock-Nummer, bei der selbst die Stimmen verzehrt wurden. Dieser Stilwechsel, der bei Fans anderer HipHop-Bands für mittelschwere Verwirrung sorgen würde, ist bei Fettes Brot schon ganz normal. Genau dafür werden sie geliebt. Wir warten auf die nächste Überraschung.
Robert Kneschke
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