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Big Crazy Family - Die Zeit heilt alle Wunden 

06.08.2005

Ganz ehrlich: Fast hätte ich nicht mehr geglaubt, dass es so etwas gibt. Elektropop mit tiefen Inhalten! Nach den weitgehend sinnentleerten Projekten 2raumwohnung und Paula hätte ich nicht gedacht, dass sich noch jemand aufraffen würde, um es zu versuchen.

Big Crazy Family - Die Zeit heilt alle WundenBig Crazy Family - Die Zeit heilt alle WundenDie beiden Österreicher Eike Sunshine und Andi Pi haben es gewagt und herausgekommen ist das Album "Die Zeit heilt alle Wunden". Mehrfach betreibt es Etikettenschwindel, vielleicht um nicht sofort durch zuviel Inhalt abzuschrecken. Zuerst wirkt der Bandprojektname Big Crazy Family irritierend, da hier keine durchgedrehte Großfamilie, sondern vor allem die beiden Musiker am Werk sind. Dann verwirren die Songtitel. "Alles wird gut" heißt beispielsweise unverdächtig ein Song, im dem dann doch von "Industriemaschinenmenschen", "Fingerprints" und dem "sozialen Netz" gesungen wird. Übrigens mit einer Frauenstimme, die so stark und kraftvoll klingt, dass ich mich unweigerlich frage, warum diese Künstler noch keinen Plattenvertrag haben.

Die gut abgemischte Musik klingt wie ein bunter Kaugummi - künstlich, süß und doch will man immer mehr. Dieser Elektropop wird durch jazzige und funkige Versatzstücke aufgelockert und ab und zu traut sich auch mal eine Rockgitarre ins Arrangement. Das verleitet zum Entspannen, bis die Frauenstimme einen wieder mit der Bemerkung aus den Träumen reißt, dass ihr "Friseur ein alter Kiffer" sei. Was hier auf den ersten Blick immer verlockend seicht aussieht, kann sich schon einen Fußschritt weiter als tiefer als gedacht herausstellen.

Robert Kneschke

http://www.bigcrazyfamily.com

 

 

 

 


 

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