 Das Beste dabei: The Clerks sind noch besser geworden, die kleinen Gesangsschwächen wurden ausgeglichen und viele Songs klingen experimentierfreudiger. Ska und Reggae sind immer noch die Fundamente, auf denen die neunköpfige Band ihre Songs baut und der Jazzeinfluss lässt sich weiterhin nicht leugnen. Trotzdem klingen die Arrangements vielfältiger als beim letzten Album "Ska-World". Bei der Frage, ob die Songs deutsch-, englischsprachig oder gleich instrumental gehalten werden sollen, konnte keine Einigung erzielt werden und so klingen alle gleichberechtigt nebeneinander, auch wenn bei den englischsprachigen Texten ("The Roots" zum Beispiel) keine lyrischen Glanzleistungen zu erwarten sind.Heraus stechen zwei Songs. Zum einen "18 Stunden", sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Die Band meint sogar, hier eine Mixtur als Drum'n'Bass und Ska versucht zu haben, doch es klingt eher, als wurden bisschen mehr Percussions eingesetzt. Wer nicht das Booklet bemüht, wird den Song mehrmals hören müssen, um sich bewusst zu werden, wer hier was in "18 Stunden" macht und selbst wenn das klar wird, liegt die Lösung des Problems nicht offensichtlich daneben. Zum anderen versteht "Leg los", durch sehr relaxten Groove, wabernden Bass, einem netten Refrain und der tollen Stimme der Backgroundsängerin Anett zu beeindrucken. Mit einer Coverversion des Klavierstücks "Für Elise" von Beethoven, hier als "Für Luise" für Trompete (wenn ich nicht irre) abgewandelt, endet die CD und der Rezensent ist um eine schöne Erfahrung reicher.
Robert Kneschke
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