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Wildwest ganz anders, ohne Sand, Staub, Gestrüpp, ohne Hüte, ohne Pistolen oder Whiskey. Feierlich tänzeln Töne einer Modern-Day-Polka, ätzend zerrt der quengelnde Bass, Drums bollern Vierviertel, in dieser französischen, dem Song nahe stehenden, harten House-Musik. Es ist die Sorte, die, Gedeih oder Verderb, rocken will, mit aller Macht; rocken im Sinne von Daft Punk auf deren Debüt. Nur gelingt dies “OK Cowboy“ – besteht hier eigentlich eine Verbindung zu “OK Computer“? – auf (etwas) filigranerem, lieblicher arrangiertem Pfad, zumindest an den Rändern seiner Existenz. Der Kuhhirte legt mehr Wert auf Melodien und verschiedene bzw. sich verschiebende Schwerpunkte innerhalb einzelner Tracks. Selbst Dissonanzen sind da erlaubt, neben Schabgeräuschen und befremdender Robot-Stimme. Sie kontrastieren süffige Kleinode voller Neo-Klassik-Keyboard-Arien, niedliche Pseudo-Balladen voller Kitsch-Robotmantik: “The Past“.
 Den Synths ist es erlaubt, neben rhythmischem P-Funk-Blubbern, neu-romantisch zu schweben, zu stolzieren, auch majestätisch zu trompeten. Der synthetische Bass betont stets den graden Taktschlag. Der Beat stampft, schubst und schubbert, tritt allerwertest und funky.
Fies und erfreulich nah am geräuschvollen Chaotisieren rauscht Vitalic an ermüdenden Immergleich-Strukturen vorbei. Er prescht nach vorne.
Der “OK Cowboy“ bietet mehr als selbstlos-freundliche Bedienung der Disco- und Radio-Klientel: Cartoon-hafte Überdrehtheit, einige plumpe Orgelbegleitumstände, gemeine Gegnsätze und songgeschuldete Harmoniewechsel zeichnen seinen Rappen aus. Turbulentes Gezwitscher, Brodeln, Geziepe zwischen Beat-lastigem Hyper-Space und Talgdrüsen-Animation eines französischen Pferdeflüsterers auf teils abwegigem Terrain. Irren-House?
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Tobias Stalling
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