 Und mit eben diesem Sinatra, dem höchsten Maßstab des Genres, kann man Bublé aufgrund der Songauswahl auch sehr schön vergleichen. Beide erreichen nie die Intensität schwarzer Soul-Sänger (Man vergleiche z.B. "Try a little Tenderness" in den Versionen Sinatra, Bublé, Otis Redding und Three Dog Night oder eben, wie bereits erwähnt, "Feeling good". Interessanterweise hat sich auch Sinatra einst an einem Nina-Simone Klassiker "My baby just cares for me" verhoben, allerdings lange bevor das in den Achtzigern ein Hit wurde), aber das ist auch nicht die Charakteristik des (weißen) Swing. Und der direkte Vergleich Sinatra/Bublé
drängt sich bei der Songauswahl regelrecht auf, bei den Titeln "Nice and Easy", "For once in my life" und "Come fly with me" ("My funny Valentine", "The Way you look tonight", "Mack the Knife" und "You'll never know" habe ich von Sinatra leider nicht zur Verfügung) schneidet der jüngere einfach wirklich gut ab, sein Ausdruck, seine Phrasierungen und seine Beherrschung der Dynamik stehen dem Altmeister kaum nach, Sinatra klingt allerdings eine Ecke kantiger, während Bublé mehr Schmalz in der Stimme hat, was ihm aber auch viele Sympathien eingebracht haben dürfte. Bublé hat damit das Talent und die Fähigkeiten, aber eben mit seiner kleinen Big Band und Produzent David Foster und mit seiner natürlich sympathischen Art auch alle Zutaten, die ihn trotz seiner jedem Zeitgeist entbehrenden Musik dauerhaft zum Gast in den Charts machen könnten. Ich empfehle "My funny Valentine" und "Moondance" aus diesem Pack als Einstieg. Dominik Engel
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