 Die Songs sind vor allem von Konstantin Wecker, aber auch Manfred Maurenbrecher und Pete Seeger, darunter der Klassiker "Bella Ciao" mit erweitertem Text und "Sag mir wo die Blumen sind", beides Aufnahmen aus den Achtziger Jahren. Die Interviews wurden von Dieter Dehm mit dem Professor Dr. Rudolf Hickel geführt, einem Anhänger der nachfrageorientierten keynesianischen Wirtschaftslehre, der den Beitrag der deutschen Wirtschaft zum Aufstieg Hitlers analysiert.Der Höhepunkt und dankenswerterweise mit über zwölf Minuten auch der längste Track ist "Der Stellvertreter". Dieses Drama von Rolf Hochhuth, hier von ihm selbst gelesen gibt einen fiktiven Dialog zwischen einem jungen Priester und dessen Vater wider. Der Priester will 1942 nach Rom ziehen, um den Papst Pius XII. zu bitten, ein Machtwort gegen die Vernichtung der Juden zu sprechen, sein Vater versucht ihn davon abzuhalten. Dieser muskalisch untermalte Dialog lehrt mehr über Aufrichtigkeit, Moral und Engagement als es jahrelange Klosterschule könnte. Bestünde nicht die Gefahr, dass "Der Stellvertreter" bis zur Übersättigung analysiert werden müsste, wären diese zwölf Minuten eine Pflichtübung in deutschen Schulen wert.
Robert Kneschke
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