 Gleich zu Beginn startet sie ungewöhnlich laut und rockig mit dem Song „I’ve got erection“. Weiter geht es mit einem Gedicht von Else Lasker-Schüler. Gefolgt von dem Lied „Die böse Edith spielt mit Gott“, das so brutal ist, wie eben nur das Leben selbst sein kann. Die Musik dazu hat ihr Susanne Betancor geschrieben und mit ihren verspielten Klängen einen herrlich befremdlichen Gegensatz zu dem heftigen Text komponiert. Im nächsten Moment folgt ein „Trinklied“ und ein „Ringeltanz“, der zur Bewegung einlädt – so ist eben auch das Leben. Und wer kennt nicht die Suche nach dem „Glück“, das dann plötzlich in Form einer unscheinbaren Plastiktüte über dem Publikum auftaucht. Umringt von Kriegsspielzeug, hüpfenden Spielzeughunden und einer Katzenattrappe macht sich Cora Frost Gedanken um eine Welt die nur noch aus Robottern besteht. Wer möchte kann auch „Schade, Schade“ mitsingen, bevor es dann zu einer „Seebestattung“ geht. Am Schluss gibt es den Lichtblick mit „Vater, sieh’ nur, die Sonne“. Den Zusammenhang in diesem Programm zu finden, bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen. Cora Frost serviert ihre Aussagen nicht auf einem Tablett, dies tut sie nur mit den Errungenschaften der Menschheit, zu denen zum Beispiel der Eierschneider oder der Rollenkoffer gehören.Vom gesamten Eindruck ist das Programm sehr lebendig, verursacht durch die Musik und das Agieren der Künstlerin. Auflockerung entsteht auch durch den Gast der Show. Erster Gast war Alice Schwarzer, die gemeinsam mit Cora Frost über ihr Jugendleben in Paris singt. Unterstützt wird sie auf der Bühne von drei sehr guten Musikern, zu denen auch der Pianist und Komponist Florian Grupp gehört. Auch dieses Programm werde ich noch eine Weile auf mich wirken lassen und es vielleicht noch einmal sehen, bevor ich mir ein endgültiges Urteil bilde. Kai Schmidt
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