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Buch - Don't believe the hype! 

11.05.2005

Die 100 besten Alben aller Zeiten, die 50 besten Alben der 90er – Listen über Listen in Musikzeitschriften und Büchern. Und immer wieder die gleichen Alben. Muss das so sein? Und was ist so toll an diesen Alben? „Don’t believe the hype!” sagt der Musikjournalist Sky Nonhoff und nimmt in seinem gleichnamigen Buch mit spitzer Zunge und einem Augenzwinkern einige der „Meisterwerke“ auseinander. Dabei wird er von einigen Gastautoren unterstützt. Zum einen nehmen Nonhoff und die anderen Autoren sogenannte „Klassiker“ wie „Exile on Main Street“ von den Rolling Stones und „Blood on th tracks“ von Bob Dylan unter die Lupe, aber genauso auch Alben von The Strokes, Franz Ferdinand und The White Stripes, denn „Pop hat mehr als ein Problem. Während die Beschwörer der ‚Klassiker’ eine Kunst verabsolutieren, die in ihrer Leblosigkeit unausweichlich zur Selbstparodie wird, zeigen die Gegenwärtigkeits-Prediger des totalen Pop weiter hingerissen auf angebliche Wunder, hinter denen sich nur großspurig angekündigte Taschenspielertricks verbergen.

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Buch - Don't believe the hype!Buch - Don't believe the hype!Diesen Problemen wird in fast boshafter Weise entgegengeschrieben, die mich sehr oft zum Lachen bringt. So ereifert sich der Musik und Journalist Louis Philippe über den Sänger von Coldplay: „Egal, wo ich auch hingehe, stets scheint mir Chris Martin auf den Fersen, höre ich sein Gejammer, sein unablässiges Betteln: Bitte, Mann, hast du ein bisschen Kleingeld übrig? ‚Such dir einen Job!’ möchte ich am liebsten brüllen. ‚Mach dich vom Acker, aber dalli!’ Keine Chance – er schrammelt eisern weiter auf seiner Gitarre. ‚Verpiss dich!’ blase ich ihn an, aber es nützt alles nichts.“ Ab und zu musste ich beim Lesen jedoch sauer aufstoßen, wenn Nonhoff den gleichen Fehler begeht, den er anderen Musikjournalisten vorwürft, indem er junge Bands mit dem Argument abkanzelt, sie würden Musik spielen, die Bands schon 20 Jahr vor ihnen dargeboten haben. Der jüngste Autor in dem Buch ist Jahrgang 1970, hier fehlt ein junger, frecher Autor, der mal ruft „Hey, hört auf mit euren alten Kamellen, für mich ist dieser Sound neu!“

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Buch - Don't believe the hype!Buch - Don't believe the hype!Aber wenn Du Dich nicht persönlich beleidigt fühlst, wenn einer Deiner Lieblingsbands mal verbal ans Schienbein getreten wird, hast Du hier ein kurzweiliges Lesevergnügen, das sagt: Lass Dir nicht vorschreiben, welche Platten in Dein Leben gehören und was Du beim Hören zu fühlen hast, sondern lebe und fühle selber und stell Dir dazu selber den passenden Soundtrack zusammen!

Johannes Mihram

 

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