 Robert Plant hat mit seinen beiden letzten Scheiben "Fate of Nations" und "Dreamland" wirklich gelungene Werke mit durchaus eigener Identität vorgelegt, obwohl er auf letzterer nur Cover-Versionen ablieferte, weshalb meine Erwartungen nach all den bereits gelesenen Lobhudeleien wirklich enorm waren.Aber was für eine Enttäuschung; "Mighty Rearranger" klingt weitestgehend nur wie eine mittelmäßige Led Zeppelin-Kopie, bei der der Sänger in den stilleren Passagen den alten Robert Plant zwar extrem gut kopiert, die aber zu keinen Zeitpunkt die Wucht des Bonham'schen Schlagzeugs oder der früheren Plant'schen Shouterqualitäten abliefert. Ein Ersatz für Jimmy Page ist sowieso weit und breit keiner zu sehen. Bei jedem weiteren Hören findet man zahlreiche kleine Versatzstücke aus alten Led Zep-Songs und erwartet, ja hofft, dass nun doch auch die alte Magie aus dem Song herausbrechen möge. Aber jedesmal verliert sich diese Andeutung in uninspiriertem Kling Klang oder im besseren Fall in angedeuteten Ethnosounds und/oder TripHop-Anklängen, die dann aber fast schon deplaziert wirken. In der zweiten Hälfte steigert sich die Platte mit "Dancing in Heaven", "Let the four winds blow" (kein Fats Domino-Cover!) und dem Titeltrack zwar noch deutlich, aber das kommt viel zu spät, um den müden Eindruck der ersten sieben Songs zu überstrahlen. Der mächtige Neu-Arrangierer ist nach meinem Geschmack nur ein wirklich enttäuschender Selbstimitator. Bei "Dreamland" hat Plant alte Zeitgenossen gekonnt gecovert, vielleicht hätte er dabei bleiben sollen, der Versuch der "Wiederbelebung" (sollte es das werden?) des eigenen Frühwerks misslingt meines Erachtens völlig. Was hat man seinerzeit über das Page/Coverdale Projekt gelächelt, es kam dem Mythos Led-Zeppelin aber weit näher als dieser überwiegend lahme Aufguß. Dominik Engel
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