 Auf jede freie Stelle im Song stürzt sich gnadenlos ein Bläsersatz, und auch wenn mal kein Platz mehr ist, wird noch mal kurz reingetrötet, damit die Trompeten, Saxophone und anderen Blechbläser nicht in Vergessenheit geraten. Wir können vom Glück sagen, dass einer der Bläser gleichzeitig Sänger der Band ist und sich so zwangsweise entscheiden muss, ob er nun singt oder "hupt". So schnell wie sich die Bläser in den Song stürzen, agieren auch Schlagzeug, Bass und Gitarre. Ruhepausen werden dem Hörer so kaum gegönnt, nur die etwas schwache Ballade "Walk Away" gibt einem Zeit zum Luftholen.Heikel wird es bei der Coverversion des alten Eagles-Songs "Hotel California" im Ska-Gewand. Während die einen allein bei einer solchen Vorstellung das Grausen bekommen, laden sich andere - über eine Million, um genau zu sein - freiwillig den Song aus dem Internet herunter. Ich verstehe in diesem Fall eher die letzteren, auch deshalb, weil die Ska Daddyz hier mal ihre Bläser im Griff haben und das Tempo zumindest in den Strophen etwas herunterfahren. Dieses Album ist vor allem für die, denen Ska nicht schnell genug sein kann.
Robert Kneschke
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