 Um es kurz zu machen. Nach einer halben Stunde stehen die ehemals dampfenden Nudeln mit der Soße immer noch kaum angerührt auf dem Tisch, weil ich so oft die Gabel im Takt schwingen muss, dass ich fast keine Tortellini in den Mund bekomme. Denn diese Musik reißt mit. Und weil das Auge mitisst, äh, mithört, ist auch das Drumherum sehr ansprechend präsentiert.Luft holen und einen Schritt zurücktreten: Am 24. April 1934 wurde die Hammond-Orgel, benannt nach ihrem Erfinder Laurens Hammond, patentiert. Ein knappes Jahr später, am 15. April 1935 spielte sie Pietro Yon das erste Mal öffentlich bei einer Pressevorführung in der New Yorker St. Patrick Kathedrale. Seitdem erfreut dieses geniale Instrument eine großen Fangemeinde von Keyboardern und Hörern. Wer kennt sie nicht, die Rezensionen, in denen vor allem der unverkennbar warme, leicht chaotische Sound der Hammond-Orgel hervorgehoben wird? Selbst wem sie entgangen sein sollten, kann sich mit diesem Sampler selbst zum Fan bekehren lassen. Mit über 79 Minuten und 23 Songs ist die CD bis zum Rand mit grooviger, psychedelischer Beat-Musik vollgestopft. Ebenfalls dick und voll ist das Booklet, in dem auf 48 Seiten neben der Entstehungsgeschichte der Orgel auch die Biografien und Fotos der Orgelspieler nachzulesen bzw- sehen sind, welche die Orgel in den Songs spielen. Darunter sind bekannte Namen wie Keith Emerson oder Steve Winwood oder unbekanntere Organisten aus bekannten Bands wie Ten Years After, Manfred Mann oder den Small Faces. Gesang gibt es auf diesem Sampler nicht zu hören, diesmal gebührt der Ruhm endlich mal ausschließlich der zu oft nur im Hintergrund klingenden Hammond-Orgel. Rechtzeitig zu ihrem siebzigsten Geburtstag macht ihr Bear Family Records ein Geschenk, wie es schöner kaum sein könnte. Ich gratuliere ebenfalls und höre die CD noch mal von vorn.
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