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Nat King Cole - When I Fall In Love: The One And Only (DVD) 

17.11.2004

Wir schreiben das Jahr 1956. Afrika steckt mitten in der heißen Phase der blutigen Unabhängigkeitskämpfe, in denen sich Tunesien, Kongo, Algerien, Angola und andere Staaten aus der belgischen, britischen oder französischen Kolonialherrschaft befreien. In den USA erreicht Martin Luther King durch einen Busboykott in Montgomery, Alabama nach 318 Tagen die Aufhebung der Rassenschranken in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Nat King Cole - When I Fall In Love: The One And Only (DVD)Nat King Cole - When I Fall In Love: The One And Only (DVD)In Montgomery wurde 1919 auch der Soul/Swing-Sänger Nat King Cole geboren. Am 5.11. 1956 gibt es eine weitere Sensation zu vermelden. Die fünfzehnminütige "Nat King Cole Show" läuft das erste Mal im Fernsehen. Als erster Afroamerikaner hat Nat King Cole damit eine eigene TV-Show.

Zu einer Zeit, als US-Präsident Eisenhower noch Bundestruppen einsetzen muss, um afroamerikanische Schulkinder zu schützen, ist das eine Sensation. Eine wohlklingende dazu. Auf der DVD "When I Fall In Love" kann sich jeder davon überzeugen lassen. Zwanzig Songaufnahmen aus dieser Show gibt es darauf zu hören. Mit dabei Hits wie "I'm Sitting On Top Of The World", "Too Close For Comfort", "The Christmas Song" oder der Titeltrack. Neben der geschmeidigen Stimme Coles treten Gäste wie Sammy Davis Jr. (wie immer herzerfrischend heiter), Ella Fitzgerald oder The Mills Brothers an das Mikrofon. Höhepunkt der DVD: Das Duett mit dem ca. zehnjährigen Billy Preston. Er und Nat King Cole wechseln sich beim Klavierspielen und Singen von "Blueberry Hill" erst ab, dann spielen beide gleichzeitig auf dem Klavier und schließlich singen sie zusätzlich. Zusammen!

Leider ist die DVD weder Fisch noch Fleisch. Statt einige der Shows oder wenigstens die Höhepunkte hintereinander zu zeigen, werden nur die Songs aneinandergereiht und ständig von Interviews mit seiner Frau, seinem jüngsten Bruder und seinen drei Schwestern unterbrochen. Gehaltvolles gibt es dabei nicht zu hören. Dass diese Verwandten Nat King Cole großartig finden, glaube ich ungesehen, dass er mit seiner geschmeidigen Stimme fantastisch singt, höre ich selbst. So wird von den insgesamt 57 Minuten wertvolle Zeit vergeudet.

Wenn die zehn Fotos nicht mitgezählt werden, gibt es auch keinen Bonus auf der DVD. Für das Medium oder selbst für ein Video wäre das zuwenig. Die Musik von Nat King Cole wird so nicht angemessen gewürdigt.

Robert Kneschke

http://www.eagle-rock.com

 

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