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Ayreon - The Human Equation 

05.06.2004

Arjen Lucassen hält die Fahne hoch. Es mag ja sein, dass Progressiv Metal in einem Tief aus Mittelmäßig- und Einfallslosigkeiten steckte, Lucassen zieht nun das ganze Genre mit "The Human Equation" am Schopf aus dem Sumpf. Was Lucassen und die zahlreichen Mitwirkenden mit diesem Werk, seiner ersten Rock-Oper, abgeliefert haben, kann man bereits nach dem ersten Hören getrost in eine Reihe mit "Jesus Christ Superstar", "Evita" oder auch "The Wall" und "Tommy", wobei diese letzten beiden Werke vor allem musikalisch und kompositorisch weit in den Schatten gestellt werden.

Ayreon - The Human EquationAyreon - The Human EquationDenn Lucassen hat mit Eric Clayton (Saviour Machine), DevinTownshend (fantastisch als Wut der Hauptfigur), Mike Baker (Shadow Gallery), James LaBrie (Dream Theater) und anderen nicht nur eine große Auswahl bekannterer männlicher Charakterstimmen aufgefahren, sondern vor allem mit Heather Findlay (Mostly Autumn), Marcela Bovio und Irene Jansen (Star One) drei zwar weniger bekannte weibliche Stimmen am Start, die aber besonders in den mehrstimmigen Passagen begeistern können und die aktuell trendigen Stimmen von Evanescence, Nightwish oder Within Temptation weitgehend in den Schatten stellen.

Haupthandlung des Epos ist der innere Widerstreit der verschiedenen Charakterzüge eines eher unsympathischen Charakters, der nach einem schweren Autounfall im Wachkoma liegt. Daneben treten noch seine Ehefrau, sein Vater und sein engster Freund in Erscheinung, die an seinem Krankenbett erscheinen. Dass diese räumlich extrem beschränkte Handlung über zwei CDs nie langweilig wird, liegt vor allem an dem Ideenreichtum Lucassens, der den überwiegend klassischen 70er Heavyrock mit vielschichtigen Vocalarrangements, folkloristischen Melodien, Flöten, Didgeridoo, Spinett und Streichinstrumenten anreichert, so dass man alles bisher im Progressiv Rock dagewesene vergessen erst mal in die Ecke stellt und nur noch diese eine Platte hören will. Und mit den gelegentlichen Anklängen an Pink Floyd (lediglich von Ähnlichkeiten zwischen Teilen von "Day 2" und "Welcome to the Machine" zu sprechen wäre wohl untertrieben), Rainbow und andere klassische 70er Bands können die beiden CDs auch den Bedarf an solcher Musik weitgehend alleine decken.

Auch wenn Lucassen nie wieder eine Platte veröffentlichen würde und ich hoffe, dass er weiter macht, so wird die Musikwelt ihn hoffentlich für diese Platte immer in Erinnerung behalten und preisen.

Dominik Engel

http://www.arjenlucassen.com - http://www.insideout.de

 

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