|
Nach fast zehn Jahren gemeinsamer Auftritte mit Rainer Bielfeld schlägt Gayle Tufts nun wieder einen andren Weg ein. Im TIPI, dem Zelt am Kanzleramt in Berlin, präsentiert sie sich dem Publikum ein Jahr nach der Premiere wieder gemeinsam mit dem Soul Sensation Orchestra. Musikalisch hat sich Gayle Tufts von den Bielfeld-Kompositionen abgenabelt und setzt nun auf die Interpretation von Evergreens aus Rock, Pop, Soul und Swing. Für die perfekte Begleitung sorgen zehn Musiker: drei Bläser, Gitarre, Bass, Schlagzeug, eine eindrucksvolle Donna Brown an Piano und Keyboard, des weiteren drei Backgroundsänger. Unter letzteren befindet sich auch Danny Costello, der auch schon in anderen Programmen mit Gayle Tufts zusammengearbeitet hat. Der in Berlin lebende Amerikaner machte sich als Musicaldarsteller einen Namen, für dieses Programm wirkte er als Choreograph.
 „Soul Sensation!“ ist ein durchweg professionelles Programm mit grandiosem Unterhaltungswert. Das Zusammenwirken der Sängerin mit den anderen Bühnenkünstlern wirkt schon in der ersten Vorstellung völlig harmonisch und eingespielt. Dabei ist alles völlig unverkrampft und mit angenehmer Eigenironie versehen. Anders kann man sich Gayle Tufts auch nicht vorstellen. So berichtet sie auch in dieser Show von den diversen Missgeschicken, die ihr im Alltag widerfahren. Sie nimmt ihre vermeintlichen Unzulänglichkeiten aufs Korn, ebenso wie die Macken der Amerikaner und die Steifheit der Deutschen. Diese Anekdoten klingen alle so authentisch, dass sie nur selbst erlebt sein können. Es ist wie eine Unterhaltung mit einer guten Bekannten, der man gerne lauscht. Doch steckt in Gayle Tufts weit mehr als das, zum Beispiel eine richtig starke Stimme. Mit dieser kann sie genial Songs wie „I Got The Music In Me“ oder „The Tears Of A Clown“ präsentieren. Sie hat auch den Effet einer Donna Summer, wenn sie mit „Hot Stuff“ über die Bühne wirbelt und dabei auf geniale Art durch die drei Backgroundsänger tanzend unterstützt wird. Ebenso überzeugend sind ihre Interpretationen von Bruce Springsteen-Songs und noch besser als das Original von Madonna ist ihre Version des „Material Girl“. Dazu trägt sie das typische Outfit aus leichten, flatternden Kleidern, wie sie nur eine Gayle Tufts tragen kann. Und auch hier kann sie noch überraschen, wenn sie als Kastanie in Erscheinung tritt und auf charmant ironische Weise Alexandras „Mein Freund der Baum“ zu Gehör bringt. So richtig ab geht es dann gegen Ende mit „River Deep – Mountain High“ und bei „Higher & Higher“ hält es dann wirklich keinen mehr auf dem Sitz. Eine geniale Show, mit Witz, mitreißender Stimmung und somit garantiert guter Laune. Kai Schmidt
|
http://www.tipi-das-zelt.de http://www.gayle-tufts.de
- bis 02.06.2005 im TIPI in Berlin
- Karten unter 0180 – 3279358 (0,09 Euro je Minute)
    |