 Bei Bob Marley habe ich eine der wenigen Ausnahmen gemacht. "Catch A Fire" heißt die DVD aus der Serie "Classic Albums". Darin wird der Hintergrund je eines Albums beleuchtet, welches die Musikgeschichte verändert habe. Diesmal "Catch A Fire", die Platte, mit der Bob Marley und die Wailers 1973 den internationalen Durchbruch schafften.Auf der DVD wird die Entstehung einiger Songs nachgezeichnet, rare Touraufnahmen und private Marley-Videos ergänzen die geführten Interviews. Gefragt wurden unter anderem Bob Marleys Frau Rita Marley, die "Wailers" Bunny Livingston, Peter Tosh, Aston und Carlton Barret sowie Chris Blackwell. Bob Marley selbst kommt in alten Interviewausschnitten zu Wort. Einer der Gründe für den Durchbruch waren die vielen Overdubs, die in London über die Musik gelegt wurden. Ähnlich wie Phil Spector für die "Wall of Sound" z.B. auf der "Let It Be" von den Beatles verantwortlich war, sorgte Chris Blackwell dafür, den rauen, jamaikanischen Reggae für rockgewöhnte "Westohren" akzeptabler zu machen. Für den "westlichen" Sound waren teilweise die beiden Studiomusiker John Bundrick und Wayne Perkins verantwortlich, die einige der zusätzlichen Instrumente eingespielt hatten und ebenfalls auf der DVD zu Wort kommen. Amüsant sind ihre Erinnerungen, wie schwer sie es hatten, das erste Mal den Reggae-Rhythmus zu begreifen. Insgesamt eine DVD, die ihr Ziel gut umgesetzt hat. Das Album "Catch A Fire" wird nach dem Sehen der DVD ganz anders gehört und selbst das Cover bekommt eine zusätzliche Bedeutung. Neben der einstündigen, englischsprachigen Dokumentation gibt es allerdings kein Bonus-Material und auch kein nennenswertes Booklet. Dafür werden Untertitel in deutsch, spanisch, französisch, italienisch, portugisisch und niederländisch mitgeliefert. Übrigens: Genauso wie EMI letztes Jahr das Beatles-Album "Let It Be" ohne die Overdubs von Phil Spector veröffentlichte, hat Island Records eine Version von "Catch A Fire" ohne die Einflüsse von Chris Blackwell rausgebracht.
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