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Nina Hagen ist wohl immer für eine Überraschung gut, mit dem neuesten Album setzt sie auf einen fast abgedroschenen Trend auf, macht dies aber zumindest auf halbwegs originelle Weise. Der Titel „Big Band Explosion“ macht klar, dass nun auch Nina Hagen sich in jenem Musikgenre versucht, das vor etwa vier Jahrzehnten seinen Höhepunkt erlebte und sich in der letzten Zeit seiner Renaissance erfreut.
 Die einstige Mutter des Punk teilt mit, schon als Teenager ein Jazzfan gewesen zu sein: “Die Songs, die ich für Big Band Explosion“ ausgesucht habe, sind wie verborgene Schmetterlinge, die schon lange in mir waren. Und plötzlich sprudelten sie aus mir heraus, aus meinem Bauch, aus meinen Stimmbändern. Jetzt sind sie wieder frei!“ Und sie scheint sie auch so wiederzugeben, wie sie in ihr waren. Eben individuell mit ihrem Ausdruck und Charme. Ihre gewohnte stimmliche Vielfalt glänzt auch zum Big Band Sound. Manchmal zart und leise, doch meistens mit kerniger Röhre. Sie nimmt sich dabei selbst nicht übermäßig wichtig und ihr scheint das Vergnügen am Singen wirklich im Vordergrund zu stehen. Es geht nicht darum, die Originale zu übertreffen oder zu beweihräuchern. So ertönen die alten Swing- und Jazzlegenden wie „Fever“, „Love & Kisses“ oder „Sugar Blues“ in neuer, lockerer Interpretation. Dazu die wirklich souverän spielenden Musiker der Leipzig Big Band. In den zwei Duetten „The Lady Loves Me“ und „Let‘s Call The Whole Ting Off“ gesellt sich die ausgefeilte Stimme von Lucas Alexander hinzu. Es gelingt den Beiden die gesungenen Gedankendialoge zwischen männlichem und weiblichen Geschlecht auf recht unterhaltsame Weise zu präsentieren. Wer wie Nina Hagen nicht mit allzu tierischem Ernst herangeht und die Musik vor allem zu Unterhaltung hernimmt, kann an "Big Band Explosion“ durchaus Spaß finden.Kai Schmidt
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