 Eines Tages verschlägt es ihn beruflich in ein Seebad an der französischen Atlantikküste, ans Meer, das in der Geschichte von Christian Gailly für Sehnsucht, Freiheit, Abenteuer steht. Verlockungen, vor denen sich Simon Nardis versteckt, sie aber gleichzeitig herbeisehnt.
Durch Zufall landet er in einem Jazz-Club – trinkt, setzt sich nach Jahren wieder an einen Flügel und lernt mit der Sängerin und Besitzerin des Clubs die Frau seines Lebens kennen. Das Verhängnis, sagt sich der Leser, nimmt seinen Lauf. Doch wie Gailly diesen „Absturz“ in einen Gleitflug in ein neues, glückliches Leben verwandelt, das hat Swing und lässt den Leser genauso wenig los, wie ein guter Jazzsong.
„Ein Abend im Club“ ist eine Geschichte von Rausch und Abenteuerlust, Trauer, Sehnsucht und vom Mut zum Aufbruch in ein neues Leben.“Er führte das Thema ein, ließ es von sehr weit herkommen, in kleinen melodischen Anschlägen, die er nach und nach harmonisierte, indem er den Akkord Note für Note wieder erstehen ließ, in Pausen, die der von ihm angedeuteten Melodie entsprachen, und auch der Rhythmus begann sich abzuzeichnen. Sehr bald schon packte ihn die Lust zu swingen. Alle hörten zu.“
Gailly, einst selbst gefeierter Jazz-Saxophonist, hat natürlich Kenntnis von der Materie, und der Roman wird selbst zu Musik. Er ist so, wie ein Abend im Club zu sein hat. Man macht die Tür, respektive den Buchdeckel auf und wird hereingesogen in diese Story, trinkt jedes einzelne Glas mit und hört das geniale Klavierspiel von Simon Nardis. „Ein Abend im Club“ wurde vom Magazin „Lire“ zum besten französischen Roman des Jahres 2002 gewählt. vladinova
|