 „Elephunk“ bietet HipHop, klar, etwas altbacken, eben Old-School vielleicht, aber eben nicht die schlichte B-Ware, sondern feinste Verschnitte mit Nu Metal („Anxiety“ mit Papa Roach), funkigem Rock („Shut up“ bei dem Bandneuzugang Fergie als Pink-soundalike fungiert), Reggae bzw. Dancehall („Third eye“ und „Hey Mama“, die wie die ganze Platte ohne frauenverachtende Lyrics auskommen), Latin Sounds („Latin Girls“), an Madonna angelehnten 80s Pop („Labour Day (It’s a holiday)“) und 70s Disco-Funk („The Boogie that be“). Dazu gibt es Vokalakrobatik unter Verwendung jeder Menge F-Wörter, wobei das bekannteste eben nicht vorkommt („Smells like Funk“), eine wohldosierte Ballade von Apl, deren Chorus in seiner philippinischen Muttersprache Tagalog verfasst ist und natürlich die Top Ten-Single „Where is the love“ mit Justin Timberlake, die trotz oder auch wegen der Ähnlichkeit in der Machart mit dem Spooks-Hit „Things I’ve seen“ zurecht so hoch in den Charts steht. Dass dabei fast das ganze Album von Bandmitglied Will.I.Am produziert wurde, deutet an, dass der Mann demnächst in einer Reihe mit den Neptunes oder Dr.Dre und wohl weit vor P.Diddy zu finden sein wird.Nun können die textlichen Qualitäten der Platte zugegeben nicht ganz mit den musikalischen mithalten, jedoch gibt es auch keine negativen Entgleisungen irgendwelcher Art, so dass man leicht darüber hinwegsehen kann, dass The Black Eyed Peas nicht über die ganze Platte hinweg politische oder soziale Themen vor sich her wälzen, sondern nur schlicht positive oder negative Lebensgefühle in Musik verwandelt haben. Okay, „Elephunk“ beinhaltet natürlich die leichtere, poppigere Seite des HipHop und ist sicher konsensfähig für eine große Gruppe der Musikhörerschaft, weil akustisch eher kantenlos. Fergies Gesang, für den Pop-Appeal der Platte zu einem guten Teil verantwortlich, ist aber keineswegs nuancenlos; der oben erwähnte Vergleich mit Pink stammt nicht nur vom stellenweise ähnlichen Timbre, sondern auch aus den Variationsmöglichkeiten, wobei ich gerne einmal live erleben möchte, ob die Übergänge dann auch so klappen. Für mich macht diese Platte wahrscheinlich -ähnlich wie „Love and Life: A journey with Chameleons“ von Definition of Sound und „The Score“ von den Fugees- einfach jegliche Anschaffung aus diesem Genre in den nächsten fünf bis sieben Jahren überflüssig. Dominik Engel
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