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Herztechnik – Wasserliebe |
30.09.2003
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Ein DigiPak allein reißt heutzutage ja niemanden mehr vom Hocker. Wenn selbiges aber mit einem derart pfiffig derben Artwork versehen wird wie bei der hier vorliegenden Veröffentlichung, dann verdient das direkt schmunzelnden Respekt. Die offensichtlich schauderhafte Selbstdarstellung lässt mich sofort auf wahre Größe schließen. Ist doch so - zuerst als oberhässlich gebrandmarkt und Monate, vielleicht sogar Jahre später versucht man, uns exakt den gleichen Kram als ultrahip zu verscheuern. Genau zu dem Zeitpunkt natürlich, wo das Zeugs wirklich völlig abgedroschen ist. Haben wir doch alle schon zig mal erlebt!
 Herztechnik heißt die Band. „Wasserliebe“ das Album. Die beiden Initiatoren des Projekts kommen aus jener Stadt, wo Wasser Programm zu sein scheint. Herztechnik stammen aus Regensburg. Dort heißen Frauen Billie Mayer und sind im wirklichen Leben Diplom-Psychologen! Männer tragen dort Namen wie Oliver Balk und sind in der Hauptsache als Psychiatrie-Krankenpfleger unterwegs.Das ein solcher Background verarbeitet werden muss - klar. Gern auch musikalisch. Ob die beiden mit ihrem Schaffen in Zukunft zumindest Schwimmbäder füllen oder doch eher Baden gehen, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Für die Masse isses nix. Für Leute aber, denen die einschlägig bekannten Chartbreaker am Arsch vorbeigehen, die mit Hitparaden im Allgemeinen und mit Superstar-Gewinsel im Speziellen keinen Vertrag haben – ja, diejenigen werden bestimmt Freude an Herztechnik haben. Schmerzfrei, ganz ohne Narkose.
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 „Minimalistische Soundbasteleien umrahmen satten Pop, der Einflüsse aus ca. 600 Lieblingssongs elegant vereint. Hier von Notwist inspiriert, da von Abba, Zweiraumwohnung oder gar Eminem, brillieren die beiden stets mit charmanten Gehörgangs-Überraschungen. Und bleiben in letzter Konsequenz immer ganz eindeutig Herztechnik. “ Dieser Text lag dem Album als Begleitschreiben bei. Außergewöhnlich daran ist, dass diese Aussage hinhaut.
Billie singt, arrangiert und komponiert. Hauptsache ist aber, dass sie singt! Mit ihrer zuckersüßen Stimme verleiht sie dem Ganzen einen Hauch von Glamour und angenehmer Dekadenz. Oliver kümmert sich um erschreckend gute Melodien und zeichnet für die technische Umsetzung unter Zuhilfenahme von allerlei elektronischen Helferlein verantwortlich. Hie und da zückt er auch mal die Stromgitarre. Nicht zu überstürzt, sehr gepflegt.
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 „Wasserliebe“ – das sind 12 vertrackte Tracks. Angesiedelt in den unendlichen Weiten des Pop-Universums. Data-Pop mit Dub-Sounds. Melancholie meets Disco. Club-Tracks mit Melodie. Sperrig? Ja, schon. Mit ein wenig Geduld fügt sich dieser Longplayer dennoch in jede introvertierte CD-Sammlung mit ein. Unter der Kategorie „nicht eindeutig zuzuordnen“. Da stehen im Grunde ja eh die Besten.
Wer nun ernsthaft über einen Einstieg nachdenkt, der sollte es zunächst mit „Juicy“ versuchen. Wer damit zurechtkommt, gehe anschließend zu „Pier 17“. Oder zu „Urbanite“. Oder zu "Sleepless". Herztechnik – beileibe nichts für die ganz große Abfahrt. Aber ein genialer Ausweg. Volker Büttner
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http://www.herztechnik.de
Herztechnik Live
- 02. Oktober 2003 - Regensburg, Graz (+ Spruce + Gebr. Teichmann)
- 03. Oktober 2003 - Köln, Echolot-Festival (+ mikrofisch u.a.)
- 20. November 2003 - Nürnberg, Zwinger bar (+ Spruce)
- 21. November 2003 - Bayreuth, Glashaus (+ Spruce)
- 22. November 2003 - Leipzig, Ilses Erika (+ Spruce)
- 23. November 2003 - Berlin, NBI (+ Spruce)
- 27. November 2003 - Frankfurt/Main, Clubkeller (+ Spruce + Aphex Schulz)
- 28. November 2003 - Köln, Kulturbunker Mühlheim (+ Spruce)
- 29. November 2003 - Hamburg, Astra Stube (+ Spruce)
- 30. November 2003 - Lüneburg, Wohnzimmer Hossa (+ spruce)
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