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Eric Woolfson’s Poe – More Tales Of Mystery And Imagination |
27.09.2003
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1976 hörte man erstmals durch das Konzept-Album „Tales Of Mystery And Imagination – Edgar Allan Poe“ vom zwei Jahre zuvor gegründeten Alan Parsons Project. In diesen zwei Jahren wurde ein Traum zu Musik, der Traum von der Vertonung der Visionen und Träume des Edgar Allan Poe. Fast 300 Musiker waren an der Umsetzung dieses Traums beteiligt. Das Album wurde über 8 Millionen mal verkauft. Einer der führenden Köpfe dieses Projekts war der Komponist und Songwriter Eric Woolfson, der gemeinsam mit dem Produzenten Alan Parsons das Alan Parsons Project ins Leben rief. Er blieb für die Kompositionen und Texte aller weiteren 10 Konzept-Alben des Alan Parsons Project zuständig. In den letzten Jahren schrieb er preisgekrönte Musicals wie „Gaudi“ oder „Gambler“. Doch sein Lebenstraum wies noch eine Lücke auf, die er nun mit dem Album „More Tales Of Mystery And Imagination“ schließen wird:
 „‘Tales Of Mystery And Imagination‘ war der Anfang meiner musikalischen Karriere“, sagt Woolfson, „trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, hatte ich oft das Gefühl, dass ich meine Idee zu einem Konzeptalbum über Edgar Allan Poe nicht konsequent zu Ende geführt habe und dass der beste Teil des Werkes noch aussteht. Diese Lücke habe ich nun, nach mehr als dreißig Jahren, mit diesem Album geschlossen. Es enthält viele von Poes Erzählungen und Gedichten, aber auch Einblicke in Episoden seines Lebens. Ein Leben, das oft bizarrer und unheimlicher war als sein literarisches Werk.“6 Jahre dauerte die Produktion dieses Albums, dabei entstanden Produktionskosten von mehr als 1 Millionen Euro. Gearbeitet wurde in den legendären Abbey Road Studios, in denen auch die Beatles alle ihre Alben aufnahmen. Beteiligt war ein Chor von 80 Sängern und ein 40-köpfiges Orchester. Zu den herausragenden Namen der Mitwirkenden gehören der Musical-Star Steve Balsamo, John Parricelli (spielte die Mandoline in der Hollywood-Verfilmung von „Corelli’s Mandoline“), Laurena Cottle (Sting, Cher, Seal), Keyboarder Simon Chamberlain (Björk, Pet Shop Boys, Paul McCartney) und Ralf Salmus (Madonna, Van Morisson, Mike Oldfield). .
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 Was wir nun hören können umfasst 3 vertonte Geschichten von Poe und eines seiner Gedichte. Weitere Titel erzählen aus dem Leben des Dichters und Autors. Es ist ein opulentes Werk zwischen Rockoper und Musical, bei dem natürlich besonders die großen Chorpassagen bestechen. Speziell „Goodbye To All That“, das nicht nur besonders imposant und kraftvoll, sondern auch durchaus interessant ungewöhnlich wirkt, wenn sich zum Beispiel Country-Klänge unter die Orchestermusik mischen. Absolut mitreißend ist der Song „The Murders In The Rue Morgue“, der sowohl von der Thematik als auch von der Umsetzung ganz stark an den Song „Murder“ im Musical „Jekyll & Hyde“ erinnert. Hier hören wir neben einem Gruppengesang auch vordergründig die Stimme von Eric Woolfson. Absoluten Ohrwurmcharakter hat auch der vom Chor gesungene Track „The Bells“, bei dem ich aber auch denke schon anderswo etwas ganz ähnliches gehört zu haben. Einige der Kompositionen sind eher ruhig, ohne es jedoch an Kraft oder Spannung vermissen zu lassen. In Sologesängen tritt Steve Balsamo, der von Andrew Lloyd Webber endeckt wurde, auf angenehme Weise in den Vordergrund. Dabei ist es eigentlich ganz egal, ob es sich um besinnliche oder eher rockige Songs, wie den dreiteiligen „The Pit And The Pendulum“ handelt. Er kann mit seiner Stimme einiges anfangen, was auch klarer Vorteil im Finalsong „Immortal“ ist. Ich wünschte, die vielen Beteiligten in einem großen Saal zu dieser Musik auch sehen zu können. Doch so kann ich die Augen schließen und die Bilder meiner eigenen Phantasie erschaffen. Nach gut 45 Minuten des Zuhörens erwache ich aus dem Traum und bedauere etwas, dass es hier aufhört. Aber das Gute an einer CD ist ja, sie beliebig oft abspielen zu können.Kai Schmidt
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