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Anne Dudley - Seriously Chilled 

16.09.2003

Der Name Anne Dudley sagt vielleicht nicht jedem etwas, ihre Musik hat man aber bestimmt schon mal gehört. Sie hat Arrangements und Keyboards zu dem 80er-Pop-Meilenstein „The Lexicon of Love“ für ABC beigetragen und bei dieser Gelegenheit die Herren J.J. Jeczalik und Gary Langan kennen gelernt, mit denen sie kurz darauf die Sample-Pioniere „The Art of Noise“ gründete. In den 90ern dann trat sie häufiger als Soundtrack-Komponistin in Erscheinung, für „The Full Monty“ (deutscher Titel: „Ganz oder gar nicht“) erhielt sie sogar einen Oscar.

Anne Dudley - Seriously ChilledAnne Dudley - Seriously ChilledBeim ersten Hören von „Seriously Chilled“ war ich mir nun aber überhaupt nicht sicher, was ich von dieser Platte halten soll. Die Fakten: Frau Dudley hat mit dem BBC-Concert Orchestra eine Reihe bekannter Dream-House-Nummern (Deep Forrest: „Sweet Lullaby“ / Robert Miles: „Children“ etc), zahlreiche bekannte Filmmelodien (u.a. „Twin Peaks“ und „Midnight Cowboy“, die sie aber beide nicht komponiert hat, wie das Promoinfo fälschlich behauptet) und je eine Handvoll meditative, klassische Titel (Albionis Adagio auch mehrfach Filmmusik), Popsongs (Mobys „Porcelain" und "You showed me" von den Byrds, mehrfach gecovert) und Eigenkompositionen zu 7 Medleys zusammengestellt und für Orchester und Rhythmusgruppe mit Synthesizer und Piano arrangiert.

Das hört sich dann zwar zunächst wie James Last für modern Living an, erfüllt seinen Zweck aber mit enormer Präzision, denn umhüllt von diesen entspannenden Klängen wird der eigene Körper auf der Couch so schwer, dass es kein Aufstehen vor dem Ende dieser CD gibt. Und die ständig wiederkehrende Erkennungsfreude bekannter Melodien steigert das mollige Wohlgefühl, das die lockeren Grooves, die zu den orchestralen Klängen gemixt wurden, ohnehin schon erzeugt haben. Und so bleibe ich liegen, werde müde, lächle still vor mich hin und erlebe das Ende der CD nur deshalb wach, weil das Telefon klingelte. Zwar kann auch die zweite Hörrunde den faden Beigeschmack der Fahrstuhlmusik nicht wegwischen, zu geschmäcklerisch schönklingend ist das ganze Werk. Aber dagegen wehren kann man sich auch nicht richtig.

Und so ist mein Fazit einfach: Man braucht die CD nicht, aber es ist auch schön, wenn man sie hat. Ich leg mich noch ne Runde zum Chillen auf die Couch.

Dominik Engel

http://www.ztt.com/artistpages/AON_expand.html (z.Zt down)

 

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