 Von "so wie es ist, so soll es ein / es gibt nichts zu bereuen" in "Wunderbar" bis zu der Zeile "nichts ist so schön wie das Leben" in "Leben" zeichnet sich eine Wendung, die man von dem dunklen Erscheinungsbild des Albums am Anfang gar nicht erwartet. Trotz der okkulten Aufmachung hat man komischerweise etwas positives vor sich und fragt sich unwillkürlich, was davon wirklich Ernst gemeint war und was nur Show und erneute Distanzierungsversuche (obwohl ich ihr das nicht ständig vorhalten möchte).Sie hat sich wirklich ziemlich weit von früheren Tagen entfernt, was nicht verwundert, sie ist älter geworden und immer noch ein bisschen merkwürdig - die Videoclips, die auf der CD enthalten sind ("kein Liebeslied", "Lied für meine Feinde"), sind ziemlich anspruchslos umgesetzt und erregen eher Ekel oder Unverständnis, als dass man sie für gelungene Umsetzungen der Thematik halten könnte. Aber in jedem Fall hat sie an Tiefe gewonnen, die man vor allem merkt, wenn einem Tage später noch immer Textzeilen einfallen und man sie unwillkürlich vor sich hersingt, ohne an den äusseren Rahmen zu denken, den sich Luci van Org selbst gewählt hat. Es sind gute Songs die fast schon bieder-provokant inszeniert wurden. Ralf
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