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Phillip Boa & The Voodooclub - C90 

06.09.2003

Phillip Boa, die Wurzel der deutschen Independent-Musik, ist einer der wenigen, der auch international Gehör fand. Damit machte er sich hierzulande erst einmal verdächtig, weil Deutschland Mitte der 80er immer noch knöcheltief durch Neue-Deutsche-Welle-Jauche watete und niemand es leiden kann, wenn der Nächste seine Visionen auslebt und damit auch noch Erfolg hat.

Auch sonst hat der gute Boa nichts ausgelassen, um in Lager zu spalten – eben wie einer, der sich das große Wort „Independent“ nicht nur auf die Fahne geschrieben hat. Auch nach seinem Wechsel zur Major-Firma (begleitet von den üblichen „Verräter-Rufen“), machte er nichts anderes, als einfach seine Musik.

Phillip Boa & The Voodooclub - C90Phillip Boa & The Voodooclub - C90Nun, nach einigen Jahren Achterbahnfahrt, einigen Produktionen ohne Voodooclub und Pia Lund, dafür mit der härteren Gangart von Voodoocult, oder ganz alleine („Lord Garbage“), nach „My Private War“ (endlich wieder mit dem Club), erscheint „C90“ wie der nächste logische Schritt.

Pia Lund ist wieder dabei und rückt die brüchigen, ungeschliffenen Songs wieder in fremde, aber durchaus freundliche Welten – ihre Stimme ist einfach der einzig mögliche Gegenpol zu Boas mittigem Genörgel. Noch logischer ist aber eine Wandlung biologischen Ursprungs: Man wird halt älter und haut nicht mehr immerzu auf die Kacke, obwohl der Boa das nicht verlernt hat („I`m An EX ½ Popstar“).

Aber insgesamt ist „C90“ so ziemlich das lässigste Werk, das der Voodooclub je von sich ließ. Die Singleauskopplung „Slipstream“ wiegt mit ihrem Synthie-Basslauf in Sicherheit, bevor „Down“ einem die Schuhe auszieht und „It`s Not Punk Anymore“ auf die nackten Zehen tritt. Und so geht es weiter, mal im 6/8-Takt („By A Soul In Hell“), mal aufgedreht und laut („Murder Of Music“) oder sanft/groovy („The Girl Who Wants To Die Everyday“).

Wer alt genug ist, sich daran zu erinnern, wie er/sie früher die 90er Musikcassetten für Freunde, oder für die große Liebe aufgenommen hat – das große Zittern, ob das Band für den letzten Song, den Höhepunkt ausreicht – und wie liebevoll man das kleine Cover bis zum Kunstwerk bemalt hat, der kann nachvollziehen, was Phillip Boa And The Voodooclub sich bei dem Titel „C90“ gedacht haben.

Natürlich ist das Album wieder einmal nichts für die breite Masse – aber die hat ja ihre eigenen „Superstars“.

vladinova

erscheint bei RCA/BMG: Auf der limitierten Erstauflage gibt es zwei Bonustracks.

Eine Vinylauflage erscheint bei L`Age D`or.

http://www.phillipboa.com - http://www.phillip-boa.de - http://www.boamania.com

Phillip, Pia & Voodooclub unterwegs:

  • 05.11.2003 Hamburg Docks
  • 06.11.2003 Halle Easy Schorre
  • 07.11.2003 Dresden Alter Schlachthof
  • 08.11.2003 Berlin Huxleys Neue Welt
  • 09.11.2003 Offenbach Capitol
  • 10.11.2003 Bochum Zeche
  • 11.11.2003 Köln Live Music Hall

Telefonische Tickethotline: 0180 - 500 42 22

 

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