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Interview mit Robin von der Letzten Instanz! Teil 2! 

19.09.2003

Die letzten sieben Minuten des Gespräches! Mehr Worte werde ich einfach nicht verlieren.

Interview mit Robin von der Letzten Instanz! Teil 2!Interview mit Robin von der Letzten Instanz! Teil 2!a.jo: Mir fällt gerade auf, dass es ja schon 20 Minuten sind.

Robin: Es kommt darauf an, wie lange du schreiben willst. Ich bin immer dafür, wenn man mit mir ein Interview macht, dass das ganz groß an die Glocke gehangen wird. Du machst überall deinen Link hin und auf ganz bloom.de wird ein paar Monate lang nur Letzte Instanz gezeigt.

a.jo: Auf das alle auf die letzte Instanz gehen, oder? Apropos, wart ihr eigentlich schon einmal hier in der Kneipe?

Robin: In Berlin sind wir schon zwei oder drei Mal daran vorbeigefahren. Alle drei Wochen erzählt mir jemand: Ah, da kenn ich eine Kneipe. Da war ich zwar noch nie, aber die Kneipe, die kenne ich.

a.jo: Also noch kein Coverfoto davon gemacht? Das wäre der Gag schlechthin, oder?

Robin: Wir sind selber alle Alkoholiker und das würde uns entlarven.

a.jo: Das könnte auch zum Imageverlust führen, oder?

Robin: Ja. Genau. Die Vegetarier und Sportler dort, nein!

a.jo: Vor mir liegt gerade eine Vinylplatte. Was war eigentlich deine erste Platte?

Robin: Rockballaden habe ich mir mal 1991 gekauft. Kuschelrock.

a.jo: Ganz hart, ja?

Robin: Du etwa nicht?

a.jo: Doch klar, evil, evil und noch mal evil. Ich hatte irgendwo auch mal gelesen, dass ihr zum ersten Mal durch eure Musik mit der schwarzen Szene in Berührung gekommen seid und dass ihr irritiert wart?

Robin: Wir haben in diesem Jahr zum Beispiel auf dem Wave-Gotik-Treffen gespielt und hatten uns eigentlich mal vorgenommen dort nie zu spielen. Aber mittlerweile kommen wir mit den Leuten gut klar. Wir haben aus vielen Bereichen Fans. Wir sind nie rangegangen und gesagt, wir wollen in diese Sparte. Wir haben unsere Musik gemacht und irgendwann kam die Presse darauf.

a.jo: Sehen wir es positiv. Seid ihr noch nie richtig gruftig weg gewesen?

Robin: Na klar. Also ich bin selber schon schwarz weg gegangen. Ich war einmal ganz großer Depeche Mode Fan. Ich bin fast immer zu Depeche Mode-Parties gefahren, in Dresden zum Bunker.

a.jo: Ja klar. Aber, Depeche Mode und Grufti.

Robin: Na klar. Die Zeiten sind vielleicht jetzt nicht mehr so.

a.jo: Hey, hey – Ho.

Robin: Sisters of Mercy habe ich mir auch angehört. Da haben wir auch einen Samplerbeitrag gemacht. Also eigentlich bin ich der Obergrufti schlechthin. Nein, das schreibst du lieber mal nicht.

a.jo: Natürlich. Das wird der Aufhänger in der Bildzeitung.

Robin: Na dann ist es auch wieder okay.

Interview mit Robin von der Letzten Instanz! Teil 2!Interview mit Robin von der Letzten Instanz! Teil 2!a.jo: Hauptsache PR. Hast du eigentlich noch eine generelle Botschaft für die großen Massen, die das Interview lesen werden?

Robin: Das wurde ich schon einmal gefragt. Ich sage mal nein. Eigentlich habe ich keine generelle Botschaft. Ich habe vorhin gesagt, man sollte sich ausschlafen, wenn man müde ist und wenn man nicht müde ist, sollte man versuchen was daraus zu machen. Aber man sollte schon irgendwie bemerken wann es zu viel ist und wann es reicht.

a.jo: Also ein Vertreter des Mittelmaßes?

Robin: Nein, eben gerade nicht. Man sollte merken wann es reicht. Ich denke eine Botschaft wäre, wie „Fight The Right Powermovement“ - „Haut den Nazis auf die Fresse“. So einfach ist die Botschaft. Die Leute sollten unsere Platte hören und die Texte lesen und auf die Texte hören und dann wissen sie eigentlich worum es uns geht.

a.jo: Was würdest du machen, wenn sie dich nicht verstehen?

Robin: Dann sollen sie es sagen. Kommunikation funktioniert eigentlich nur so, dass wenn man etwas wissen möchte oder sich unterhalten will den Mund aufmachen muss.

Interview mit Robin von der Letzten Instanz! Teil 2!Interview mit Robin von der Letzten Instanz! Teil 2!a.jo: Habt ihr nicht manchmal Angst, dass etwas falsch ausgelegt werden kann, wenn keine Rückkopplung da ist?

Robin: Na ja, das kommt vor. Aber manchmal macht man das auch absichtlich und manchmal passiert so etwas einfach. Wir versuchen schon, relativ klar zu definieren und herüberzubringen worum es uns geht. Wenn wir uns da so vergreifen, dass man das ganz anders sehen kann, dann liegt das ein stückweit an uns. Aber es gibt auch die Möglichkeit uns zu schreiben. Wenn so ein Problem auftritt, dann werden wir bestimmt auch antworten.

a.jo: Habt ihr eigentlich Angst etwas Peinliches zu machen. Dass ihr nicht verstanden werdet?

Robin: Das kann man schon verhindern. Ich mache jetzt nicht irgendetwas, was mir selber peinlich vorkommen würde. Also wenn es mir selber nicht peinlich ist, dann finde ich es eigentlich okay. Wenn wir jetzt zum Beispiel auf der Bühne irgendetwas Albernes machen, dann ist es nicht peinlich, sondern es ist unser Spaß. Wenn wir jetzt zum Beispiel alle drei Sekunden einen grammatikalischen Fehler machen würden, also ich würde statt das Brot immer der Brot singen ...

a.jo: Das wäre dann ein Stilmittel, oder?

Robin: Das könnte man sagen, dass das ein Stilmittel ist oder man würde sagen, dass das peinlich ist.

a.jo: Als ich Christian Death auf einem Konzert fotografieren wollte, hatte ich noch die Kappe auf der Linse drauf und ein anderer Fotograf tippte mir auf die Schultern und meinte, die Kappe wäre noch drauf. Seit dem richten sich meine Nackenhaare immer noch auf und ein ‚peinlich-peinlich-Gefühl’ tritt auf.

Robbin: Das würde ich nicht peinlich finden.

a.jo: Okay, die Menschen sind verschieden.

Robin: Ich hätte dich total witzig gefunden und eine halbe Stunde ausgelacht.

a.jo: Damit kann ich übrigens auch ganz gut umgehen. Ich stehe voll und ganz drüber. (lacht) Na gut. Danke für das angenehme Gespräch. Viel Glück.

a.jo

http://www.letzte-instanz.de

=> zum Interview, Teil 1

 

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