 "Kopfverdreht" ist so ein Song. So heißt auch die EP, die Thimo Sanders jetzt als erste, eigene Veröffentlichung präsentiert. Thimo Sanders, das ist ein Friese, den es nach Berlin verschlagen hat. Der Tourgitarrist ist, Remixe für andere Künstler macht und Filmmusik schreibt. Zum Beispiel auch Songs für "Im Juli" und "Fickende Fische" geschrieben hat. Vielleicht ist das der Grund, warum "Fickende Fische" besser ist als der ähnliche Film "Nichts bereuen"?"Kopfverdreht" ist ein Lovesong. Ein Lied über die Liebe. Über das Festhalten und Loslassen. Was diesen Song zwischen all den unzähligen anderen heraushebt, sind... hm, was denn? Ich denke, es sind die sphärischen Gitarrensounds. Kurze Licks, die minutenlang als Echo im Lied herumschwirren, sich überlagern, plötzlich aufhören und wieder einsetzen. Da hat Thimo Sander ganz schön an den Knöpfen gedreht, vor allem an denen, die mit "Reverb", "Hall", "Ambient" und ähnlichen Effekten beschriftet sind. Das wird vor allem deutlich, wenn als Vergleich die akustische Version des Songs hinzugezogen wird, die als sechster und letzter Song die EP beendet. Aber auch die vier Songs dazwischen sind erwähnenswert. Sie nennen sich "Einfach", "Nirgendwo" oder "Sonne scheint" und so klingen sie auch. Nach weiten Feldern, unkomplizierten Verabredungen, Mädchen mit langen Blümchenkleidern, die einen an die Hand nehmen und Probleme vergessen lassen. Pop im positiven Sinne des Wortes. Das norddeutsche, etwas langsamere Pendant der Sportfreunde Stiller. Wer den ersten "Berlin macht Schule"-Sampler mochte oder mehr Perspektiven bei den Damen haben will, sollte Thimos Songs eine Chance geben.
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