 Erwartungsvolle Blicke und freudig gestimmte Menschen betreten den Ort, an dem Erinnerungen wieder geweckt werden sollen und neue musikalische Sphären sich öffnen werden. Empfangen werden wir von Gudrun Guts elektronischer von Hand aufgelegter gut abgestimmter Musik(Moabit Records und Monika Enterprise). Die Stimmung ist unbefangen und locker. Beim Betreten der Docks fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen, da ich als nicht so große Person von jedem Platz aus gut die Bühne sehen konnte. Als Fan möchte ich schon so weit wie nur möglich und auch nötig an der Bühne stehen, ohne erdrückt zu werden, um einen meiner „Idole“ so nah wie möglich zu sein, ohne jeglicher Groupie-Allüren. Punkt 20.00 Uhr war es dann endlich soweit. Mit dem Auftritt von Martin begann die eineinhalbstündige Party. Die Stimmung war von der ersten Minute an auf Einhundertfünfzig. Meine Begleitung, ein Nicht-Depeche Mode-Fan sagte sehr erstaunt und spontan „Sehr geil – so etwas habe ich ja noch nie erlebt!“. Noch von der ersten Gänsehaut der Freude gepackt, der Freudenträne im Auge und der jetzt glücklichen Angespanntheit konnte ich nur antworten „Das ist Party for the Masses und diese Stimmung wird wohl immer da sein, ob große Depeche Mode-Konzerte oder laufende Soloprojekte. Sie sind Persönlichkeiten und sind für viele Hoffnung, Freude und einfach das Tanken von Energie“. Martin und seine zwei unterstützenden Künstler an den Tasten und der Gitarre eröffneten die Party mit „In My Time Of Dying“, dem ersten Track von „Counterfeit²“. Mit einem riesigen Schatten von sich an der linken Außenwand, seiner emotional-geladenen Gestik und starken Stimme beherrschte Martin die Docks. Das Publikum konnte es nicht lassen und stimmte immer wieder ooh-ooh-ooh von „Waiting For The Night“ an. Martin spielte auch diverse Mode-Songs, wie „Only When I Lose Myself“, „Sweetest Perfection“, „Walking In My Shoes” und „In Your Room”. Doch bei „In Your Room“ war ich persönlich sehr enttäuscht. Denn bei diesem wahnsinnig kraftvollen Song muss nach meiner Auffassung Dave auf der Bühne stehen und der Sound von einer kompletten Band erklingen, keine Akustik-Version. Die Songs „A Question Of Lust“ und „Shake The Disease“ waren wiederum eine wundervolle Überraschung. Das Publikum brachte Martin, durch einen spontan-entstandenen Klatschrhythmus, zum breiten Grinsen. Der absolute Knaller war für mich jedoch „Loverman“. Voller Leidenschaft erklang dieser Song. Töne, die schon beim ersten Hören von „Counterfeit²“ nicht aus dem Ohr gehen. Auch „Stardust“ durfte nicht fehlen, ein Track, der mit jedem Hören immer mehr wächst. Nach 90 Minuten gingen wir, mit glücklichen Gesichtern wieder in die funkelnde Welt hinaus. Noch Tage später zehre ich von diesem Abend. Was für eine Party und ein musikalischer Hochgenuss! Katja Boll
|