 Am 4. Dezember war Uraufführung von „Have A Ball“ im TIPI, dem Zelt am Kanzleramt in Berlin. Die Geschwister Pfister luden zu einer berauschenden Ballnacht ein und zur offensichtlichen Überraschung des Hausherrn kam alle: Berliner und überregionale Prominenz, Presse und viele Fans. So war die Stimmung schon vor Beginn der Show auf einem guten Level und als das Trio die Bühne betrat, kam es schon zu den ersten Beifallsstürmen. In perfekter Abendgarderobe: Ursli und Toni im Smoking mit Zylinder und Fräulein Schneider in einem weißen Abendkleid. Und schon geht es los mit beschwingten Interpretationen von Operettenmelodien der frühen Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts. Dass die Drei singen können, stellt niemand in Frage und braucht an dieser Stelle fast gar nicht erwähnt zu werden. Doch diesmal zeigen sie noch umsomehr, wie gut sie sich auch zu diesen Melodien bewegen können. Zwischendurch fließt der Champagner, raucht die Zigarette und blüht die unterhaltsame Konversation. Alles passt zu einer ganz großen Show, so wie das phänomenale Bühnenbild, das einer Las Vegas-Show der 50er Jahre entrissen sein könnte. Für den perfekten Sound sogt der langjährige Begleiter Johannes Rohloff und seine 13köpfige Big Band. Nach der Pause wird es richtig bunt. Stilmäßig ist man nun in den Siebzigern gelandet, was die farbenfrohen Kostüme sofort klarmachen. Auch von der Musik wird es nun ein bisschen popiger und fetziger. Doch es gibt auch etwas fürs Herz, wenn Fräulein Schneider ihre sentimentalen fünf Minuten durchlebt oder herzergreifende Balladen zum Besten gegeben werden. Zum Ende nocheinmal Kostümwechsel und ein glamouröses Finale mit dem Song „Komm zurück“. Im Zugabenteil darf man getrost auf obligatorische Hits wie „Blue Bayou“ und „Sag beim Abschied leise servus“ setzen. „Have A Ball“ hält das, was der Name verspricht: eine fulminate Revue mit dem gewohnten Charme, Kitsch, Glamour und Humor. Nicht ganz so poppig wie die Programme vorher, doch dafür um so stilvoller. Ein Abend mit purer kurzweiliger Unterhaltung. Kai Schmidt
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