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Final Selection - Anti Hero 

07.01.2003

Final Selection – nie gehört! Zugegeben, dass muss noch nichts heißen. Der Albumtitel „AntiHero“ – na ja, wenig originell. Alsdann, los geht’s. Ein kerniges (elektronisches) Intro, leicht schräg - fein. Nach 20 Sek. hat sich’s „ausgeintrot“ und schon geht’s in die Vollen. Und dann kommt richtig Freude auf!

Final Selection - Anti HeroFinal Selection - Anti HeroDer Synthie- bzw. Elektropop-Liebhaber steht bei solcherlei Sound schon mal wie paralysiert vor seinem Player und denkt bei sich: „So wird’s aber doch bestimmt nicht weitergehn“! Alldieweil es so genial doch im seltensten Falle weitergeht. Doch weit gefehlt. Geht es nämlich doch! Der erste Track „Salvation“ kommt im Mid-Tempo daher, ist irgendwo zwischen den (gemäßigten) Covenant und Camouflage anzusiedeln und wird sowohl von Riesensounds als auch einem klasse Refrain getragen. Ausgesprochen elektronisch. Und der Gesang! Tiefe Stimmlage, dennoch glasklar (man versteht den Text) und nicht dieses allgegenwärtige Finstere-Buben-Getue, bei dem man sich die Hälfte der Lyrics selbst zusammenreimen muss. Hochgradig angenehm und melodisch, das Ganze! „Tears“ fügt sich dem nahtlos an und hält das Niveau. Bei Track 3 könnte man meinen, dass Jean Michel Jarre mit von der Partie war. Eine entspannte, sphärische Elektro-Nummer. „Your Smile“ kommt dagegen recht deftig und betont rhythmisch daher. Da gibt’s auch nichts zu meckern. Nummer 5 ist trotz Einsatz von Lasergeschossen eher relaxt. Bei „Swamp“ kommen Vince Clarke-Fetischisten auf Ihre Kosten. Retro? Ja, aber nicht peinlich. So, und wem es jetzt noch nicht reicht, der bricht spätestens bei „Static City“ lautlos zusammen. Hier heißt es: anschnallen! Was ein (Futurepop-)Brett! Treibende, energische Vocals und ein abgefahrener Refrain. All diejenigen, die mit „Northern Light“ von Covenant nicht so ganz glücklich geworden sind – hier werden Sie geholfen. Und so geht es munter weiter. Kein einziger Aussetzer. Auch nicht der letzte der 11 Songs kommt langweilig daher. Bei dieser Instrumentalnummer lassen vielmehr gut versteckt die Düsseldorfer Autobahner aus dem Trans-Europa-Express grüßen.

Gelungener kann man ein offizielles Debütalbum nicht aufstellen. Das Ding ist aus einem Guss.

Final Selection treten auf, wann immer sich Ihnen die Gelegenheit dazu bietet, schreiben sie auf ihrer Homepage. Also, ihr Herren Veranstalter – aufwachen! Holt diese Band mal rein, die Reisekosten dürften sich wegen der deutschen Herkunft wohl in Grenzen halten.

Elektro-Junkies hierzulande (gibt es denn noch welche?), hört Euch diese Scheibe mal an. Ihr werdet sie lieben. Innigst. Ganz bestimmt! Camouflage und Wolfsheim kann man mit Erscheinen dieses Albums erst mal im Plattenregal nach hinten schieben.

Bleibt eine Frage. Wo bleibt eigentlich das Video zu „Static City“?

Volker Büttner

 

 

 

 


 

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