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Mellowmark - Revolution und Interview |
21.10.2002
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Eine CD mit "Revolution" zu betiteln, weckt so viele Assoziationen, dass es schwer fallen muss, den Ansprüchen genügen zu können. Mellowmark versucht es.
 Seine neue EP "Revolution" ist musikalisch auf der Höhe der Zeit. Reggae, HipHop und Dancehall werden von ihm routiniert auf der Akustikgitarre zu einer Einheit verschmolzen. Herausstechend ist jedoch der wasserfallartige Flow, der den vieler Rapper wie harmlose Gebirgsbächlein aussehen lässt. Dass diese Mischung funktioniert, haben Musiker wie Patrice, Sublime und andere stilistisch vorgemacht, die Gesangsweise von Mellowmark unterscheidet sich trotzdem, weil sie den HipHop-Aspekt stärker betont. Sehr frisch anzuhören. Gentleman war von "Revolution" so begeistert, dass er seinem Remix des Songs gleich eine Strophe hinzugefügte.Neben drei Versionen von "Revolution" gibt es auf der EP noch ein Remix des Songs "Feuer", der im Gegensatz zur gleichnamigen Single nicht im Dancehall-Stil gemischt, sondern mit einem Reggae-Riddim unterlegt wurde und zwei weitere Tracks. Wer mit einem "Revolution"-Song aufwartet, muss jedoch damit rechnen, dass die Texte umso kritischer auf politische Ambitionen abgeklopft werden. Das ist die Schwäche Mellowmarks, dessen Inhalte wenig reflektiert daherkommen. Während in "Revolution" offen gelassen wird, gegen was ein Aufstand wie und warum stattfinden soll, geht es in "Feuer" deutlich konkreter zu. "Jeder Mann ohne Respekt wird in Brand gesteckt" oder "Ich fackele nicht lange mit dem Brandsatz" sind Zeilen, die nicht zwangsläufig mit Freiheitsgedanken assoziiert werden. Aus diesem Grund stand Mellowmark bloom.de für ein Interview zu Verfügung, um seine Sicht darzulegen. .
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 Vor seinem Auftritt im ehemaligen WMF-Club in Berlin muss er still halten, weil eine befreundete Stylistin seine Dreadlocks pflegt. Wir nutzen die Zeit, um ihm Fragen zur "Revoultion"-EP, Politik und Inhalte zu stellen.bloom.de: Auf deiner neuen EP singst Du über die "Revolution". Was soll für Dich danach kommen? Du singst ja über den Umsturz, aber was ist die Utopie dahinter? Mellomark: Erst mal geht es in der EP nicht nur um Revolution, sonst hätte ich noch viel mehr politische Songs raufgepackt, die sind gar nicht so politisch. Ich finde, das "Revolution" der schwerste Titel da drauf ist und sie trotzdem ziemlich rund ist, die EP. Das zweite ist, Revolution wird von mir erklärt mit dem Untertitel "Soul Revolution". Das bedeutet für mich 'ne klare Definition von 'keine Waffengewalt, Bewusstseinsschub' und wichtig ist dabei eben nicht nur der Kopf. Dass da irgendwelche krassen Rebels ihre strangen Revolutionsvorträge durchziehen oder einfach nur Revolte um jeden Preis ohne Lösung danach, sondern es geht einfach um ein wärmeres Zusammenleben. bloom.de: Aber wenn du sagst 'ohne Waffengewalt', hebst Du das ja mit dem Song "Feuer" wieder auf mit Zeilen wie "wir beenden den Waffenstillstand", "graben Kriegsbeile aus" usw. Wäre ja keine klare Linie… Mellomark: "Feuer" ist letztendlich auch wieder ein Song, den man wieder erklären muss. bloom.de: Meinst Du mit "Feuer" so eine Art eingedeutschte "Fire"-Lyrics, wie diese "Bun Dem"-Songs? Mellowmark: In "Feuer" geht es ganz konkret um 'Feuern unterm Arsch', dass man eine aufgeweckte Lebenseinstellung hat und sich nicht Sachen reindrücken lässt. Dass man Kontra gibt, wenn es angesagt ist. Das heißt nicht, dass man auf jeden Fall erst mal 'n Aggro schiebt und alles verbrennt. Der Song ist ja geteilt. In der ersten Strophe geht es um die Leute, die Dich persönlich anpissen oder Dir so hintenrum kommen, Dir sozusagen Deine Energien rausziehen, dass Du denen klare Ansagen und Absagen machst, wenn es dazu kommt und dann nicht "Peace, Peace, Peace" ruft und sich Filme reindrücken lässt. Dass man immer den Nachteil hat, weil man immer auf "Peace" ist und nicht auf Konfrontation geht, wenn es drauf ankommt. In der zweiten Strophe ist es ein Bild, ich entscheide mich jetzt für eine Seite von beiden und da müsste man die beiden Seiten beschreiben, wie das geht. bloom.de: Kannst Du das kurz beschreiben? Mellowmark: Im Prinzip geht es um die Leute, die geerdet sind, die connected sind und die nicht abgehoben Babylon-ähnlich fern von ihrem eigenen Ursprung leben, die Norm erfüllen, Angst haben, etwas anders zu machen, sich anpissen und keine Vibes rüberbringen, sondern eher einen Gruppenzwang ausüben. bloom.de: Du singst aber Zeilen wie "Jeder Mann ohne Respekt wird in Brand gesteckt", "Ich fackele nicht lange mit dem Brandsatz" und "Frische Molotow-Cocktails direkt ins Flammenmeer". Findest Du nicht, dass das in Deutschland ein bisschen heikel ist? Mellomark: Natürlich ist das heikel. Deswegen sage ich es ja. bloom.de: Damit würdest Du ja Gewalt propagieren. Mellomark: Na ja, Du musst das ja im Zusammenhang der Musik und der Show sehen. Es geht darum, dass man nicht eine ultra-peacige Einstellung fährt, im Moment, wo es drauf ankommt, für seine Rechte einsteht. bloom.de: Aber sieht nicht ganz nach Gewaltlosigkeit aus… Mellowmark: Es sind im Prinzip Bilder, in denen ich Zustände darstelle und auch verbildliche. Trotzdem ist für mich die symbolische Ebene gemeint. Es kann natürlich sein, dass es irgendwann dazu kommt, dass es nicht die symbolische Ebene ist, aber bisher ist für mich die symbolische Ebene gemeint. bloom.de: In Berlin gab es mal einen Skandal, weil der Innensenator Schönbohm arme Menschen mit Ratten vergleichen hatte. In Deinem Song vergleichst Du ja auch Menschen mit Ratten. Findest Du das nicht skandalös? Mellowmark: Doch, aber ich sage nicht, dass es um arme Menschen geht. bloom.de: Aber es sind Menschen… Mellowmark: Das sind die Leute, die rauskommen und Zustände ausnutzen zu ihrem Gunsten, während andere righteous und korrekt leben. Kannst Du das verstehen oder findest Du es nicht definiert genug? bloom.de: Du bringst es nicht rüber, dass Du z.B. keine Armen meinst. Generell in Deinen Songs singst Du oft "sie" und "ihr", aber wenn meinst Du mit "sie"? Mellowmark: Na ja, wir und ihr. Letztlich ist es schon 'ne klare Abgrenzung. Das kommt direkt aus meinem Lebensgefühl heraus, ich reflektiere meine Texte nicht stundenlang, um Sachen, die sprachlich nicht passen, zurückzunehmen. Wenn Du den Kontext von dem Song fühlst, verstehst Du ganz genau, was gemeint ist. bloom.de: Aber ein normaler Spießbürger, den Du vielleicht meinst, wird sich nicht angegriffen fühlen… Mellowmark: Du meinst, ich sollte es noch klarer machen? Das ist ein guter Tipp. Aber soweit so gut. Ich arbeite daran. Ich bin ein Texter, aber mein Gott, ich bin kein Schriftsteller. Du kannst mir gerne mit einem Rotstift meine Texte anstreichen, was ja ganz gut passt. bloom.de: An einer Stelle in Feuer singst Du "Von Geburt an geht es um die Wurst, ich denke, das hier war nur ein klitzekleiner Judenfurz"? Habe ich das richtig verstanden? Mellowmark: Ja. Man könnte in diesem Zusammenhang extrem reininterpretieren, es sei ein antisemitisches Lied. bloom.de: Und warum würdest Du sagen, man kann das nicht? Mellowmark: Weil das Wort 'Judenfurz' seit meiner Kindheit ein Wort ist für den 'Knaller' und weil ich bewusst gesagt habe, ich nehme es doch. bloom.de: Hast Du Dir keine Gedanken darüber gemacht, dass das Wort da schon, wo Du es her hast, tendenziös gemeint sein könnte? Mellowmark: Auf jeden Fall. Meiner Meinung nach ist es so: Man kann sich an bestimmte Regeln und Normen extrem halten. Die Dinge sind für mich schon sehr klargestellt und verständlich. Deswegen kann man auch wieder mit dem Rotstift rangeben, aber ich setze eigentlich voraus, dass man sich klar ist darüber, dass es ein gefährliches Gebiet gibt, was Begriffe angeht und ich finde, dass wenn die Leute sich auf solche Dinge einlassen und bestehen, nie wieder ein natürliches Verhältnis herstellen kann. Das hört sich vielleicht bisschen krass an oder egoistisch von meiner Seite her. Ich meine den Begriff nicht todernst antisemitisch sondern ich kenne diesen Begriff aus meiner Kindheit, ich kenne auch Juden. Genauso wie Neger teilweise sich Begriffe geben, die negativ sind, die aber durch das gegenseitige Einverständnis okay sind, so sage ich, ich bitte alle Juden darum, dass wir – vorausgesetzt wir respektieren und tolerieren uns, was für mich selbstverständlich ist – auch mal 'n bisschen Spaß wieder haben können. Meiner Meinung nach ist in dem Song ganz klar angesagt, dass es hier nicht um Antisemitismus sondern eher gegen Nazis geht. Jeder muss den Song so verstehen, wie er ihn verstehen will. Für mich ist Feuer die Energie, die Aussagen, die da drin stehen, sind meine Aussagen und jetzt können sie mich kreuzigen dafür.
bloom.de: Hast Du den Anspruch, mit Deiner Musik politisch was zu ändern? Mellowmark: Ich bin eigentlich ein Understatement-Mensch, obwohl ich mich an den großen
Themen versucht habe. Keine Parolen, Propaganda… bloom.de: Aber "Revolution" ist ja nicht wirklich ein Understatement. Mellowmark: In dem Moment, in dem man den Untertitel mit ins Spiel nimmt, schon für mich. Man muss aufpassen, was man sagt. Letztendlich sind Worte ja sehr stark. Man denkt es zuerst nicht, aber sie sind stark. Revolution bedeutet für mich dieses typische Phänomen, was in dem Film "Matrix" beschrieben ist. Es geht um die Entscheidung, nimmst Du die rote oder nimmst Du die blaue Pille? Wenn Du die blaue Pille nimmst, dann schläfst Du weiter und alles ist so wie Du das möchtest. Es ist ein Konsumverhältnis und eine Illusion, die da ist. Die rote Pille, da wachst Du auf und alles ist unangenehm und tut weh, aber es hilft Dir, weiterzufinden und weiterzukommen und bist der Wahrheit doch etwas näher. bloom.de: Würdest Du sagen, die Revolution ist wie die rote Pille bei Matrix nehmen? Mellowmark: (grinst) Ja, wenn Du das auf Statement- und Schubladenebene willst, dann können wir das so machen. Grundsätzlich ist es aber einfach mein Song. Die HipHop-Welt bekommt einen Mann dazu, der Gitarre spielt, rappt, singt und das Ganze in einem. Das ist 'ne Erneuerung. Es geht darum, nicht immer, die Norm zu fahren, sondern Freiheit zuzulassen. .
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 bloom.de: Hast Du keine politischen Forderungen, die Du mit dem Song transportieren willst?Mellowmark: Ich selber bin einfach ziemlich viel konfrontiert mit Polizisten. Ich nehme das auch in Kauf, ich stelle mich ja so dar. Deswegen ist dieses Thema sehr tief verfeinert. Ich bin kein sehr aktiver Teil von der linken Szene, aber ich bin da irgendwie reingewachsen. Gleichzeitig habe ich aber eine ganz besondere Geschichte. Ich bin nicht in Berlin-Kreuzberg oder Hamburg-Schanze aufgewachsen sondern in Bayreuth. Mein persönlicher Erfahrungsbackground ist Bayern. Da kannst Du teilweise Sachen machen, die hier selbstverständlich sind, in der Öffentlichkeit, musikalisch, textlich, was Dein Aussehen angeht. Das ist einfach eine komplett andere Welt. Das macht es auch so schwer: Du sagst, kontextmäßig finde ich das nicht ganz korrekt, aber andere verstehen den Kontext auf den Punkt. bloom.de: Würdest Du sagen, in Bayern zum Beispiel würde Dein Song eher in Deinem Sinne verstanden werden als in einer toleranteren Stadt? Mellowmark: Ja. Manche Leute sagen "Was bist denn Du für'n Typ, läufst mit Dreadlocks rum, verkaufst Deinen Song und so weiter, das finden wir nur superscheiße. Ich meine, wir machen hier seit zehn Jahren Underground, unsere Aktionen, unsere Demos und versuchen, für die Sache da zu sein und Du stellst Dich als der große Künstler dar, schreibst 'Revolution' drauf und die Leute fahren drauf ab. Am Schluss hast Du Geld verdient und die Revolution ist verschoben." Für mich ist ganz wichtig, dass verstanden wird, dass es nicht um den Ausverkauf des Revolution-Che-Guevara-Symbol geht. Das ist in den letzten zwei Jahren total ausgeschlachtet worden für alles. Da fahren Europcar Mietwaren rum mit einem Riesen-Che Guevara-Kopf drauf und dem Slogan "Wir bewegen was". bloom.de: Und Du machst einen Song, der "Revolution" heißt, hast aber wenig konkrete Utopien anzubieten. Mellowmark: Mein Lösungsvorschlag ist schwer zu definieren. Deswegen ist es schwer, ihn mit einem Satz auf den Punkt zu bringen. Der beinhaltet, dass sich jeder selbst bewusst wird und seinen eigenen Weg und seine eigene Lebensbahn sucht und findet außerhalb der Norm. Sich auch traut, dass zu machen. Ich kenne viele Leute, die wollten Musiker werden, haben dann aber doch Medizin studiert, obwohl sie ein riesen Talent hatten. Es geht darum, dass man Mut genug hat, dass Ding durchzuziehen, wovon man träumt. Deswegen Revolution im Herzen. Es geht nicht um den Kopf, klare politische Bilder oder Punkte, die gestellt worden sind, gefordert worden sind, wo ich nur sagen muss, kreuz bitte hier Ja/Nein an zu 'imperialistischer Amerika-Politik', zu 'Ding, ding, ding'. Ich will mich da nicht einreihen, weil Revolution was Neues ist, weil es eine spirituelle Revolution ist. bloom.de: Jetzt gibt es ja auch schon Werbung von Diesel mit Fotos von Demonstration und dem Text "Protest unter diesel.com" Mellowmark: Genau. Es gibt auch "Prada Meinhof", wo mit Baader-Meinhof-Optiken T-Shirts verkauft werden. bloom.de: Da stichst Du doch nicht mehr raus. Mellowmark: Sagst Du. Meiner Meinung nach schon. Das ist eine Gefühlsebene. Wir können über den Kopf rangehen und ich behaupte nicht, dass ich Zeit meines Lebens die lyrische Ausbildung genossen habe, um den Menschen einen journalistisch korrekten Text rüberzugeben. Ich schreib, was ich fühle und wenn ich fühle, ich hab's auf den Punkt gebracht, dann bringe ich das so. Das ist mein Weg und ich nehme jede Kritik auch ernst. Ich bin kein festgefahrener 'Soul Revolution'-Mellowmark. Wenn Du sagst, das mit dem "Judenfurz" ist scheiße oder wo Du im Text geschrieben hast "Die Deutschen sind fett und verweichlicht", das ist scheiße, es gibt dicke Menschen, die nichts dafür können, dann sehe ich das auch so. bloom.de: In "Feuer" gibt es die Zeile "Keiner kennt mehr den Brandherd, doch ich kenne den Brandwert". Kannst Du das erklären? Mellowmark: Okay, 1. Mai kennst Du? Leute treffen sich am 1. Mai und gehen los, die Polizei steht da und immer gibt es die Eskalation. Aus Tradition. Viele Leute sagen, das geht doch nur noch um die Randale an sich. Wir machen Randale, weil es ein Prinzip ist. Aber wo sind denn die Ursprünge? Der Brandwert ist für mich das Recht, 'Nein' zu sagen. Das ist hier in Deutschland möglich, 'Nein' zu Dingen zu sagen, die Dir nicht passen, politisch oder nicht politisch und auf die Straße zu gehen. Das sind Rechte. Die französische Revolution ist eine historische Revolution, da ging's um einfache Grundrechte, die wir jetzt für selbstverständlich halten. Aber der Song "Revolution" ist auch eine Hommage an Revolutionen überhaupt. Das Recht des Volkes, aufzustehen und zu sagen 'Etwas stimmt hier nicht'. Der Song ist Empfindungssache. Wenn Du den Song nicht magst, wirst Du sagen, es ist Ausverkauf. Wenn Du die Musik gut findest und das Feeling magst, dann kannst Du den Song über die Ebene besser aufnehmen. bloom.de: Wie bist Du zum Musikmachen gekommen? Mellowmark: Ich hatte eine Gitarre in der Ecke stehen. Meine Eltern wollten gerne, dass ich Gitarre spiele. Mit zehn Jahren sind sie nach Bayreuth gezogen. Ich wurde aus meinem fest eingelebten Freundeskreis rausgerissen und stand in Bayern. Man musste da jeden Morgen dieses Kreuz anbeten in den Klassen. Als Zehnjähriger traute mich aber auch nicht zu sagen, das finde ich scheiße, daran glaube ich nicht an diese Gehirnwäsche sondern ich habe das mitgemacht. Ich habe mich total zurückgezogen, obwohl ich nicht der Typ dazu war und habe halt die Gitarre gehabt und auch durch diesen Kulturschock angefangen, Gitarre zu spielen.
Mit fünfzehn habe ich Straßenmusik gemacht. Damals war ich ein ganz großer Fan von Lenny Krawitz und Keziah Jones. Gleichzeitig habe ich Leute kennen gelernt, die kamen mit Prince, P-Funk, Public Enemy, hatten Ghettoblaster dabei und waren auf der Straße oder im Park, wo ich auch war. Ich habe mich zu denen gesetzt, es gibt um's Joint rauchen, im Background Musik und irgendwann habe ich angefangen, die Sachen einfach nachzuspielen. Dadurch ist es gekommen, dass ich Gitarre und HipHop und Soul, Black Musik überhaupt so miteinander verbunden habe. Großes Vorbild war auch Wyclef Jean als die erste Fugees-Platte rauskam, nicht "The Score" sondern die davor, wo Wyclef sich selber an der Gitarre begleitet hat, gerappt hat. Aber ich habe die Gitarre erst mal weggelegt, habe gearbeitet, mir einen Sampler gekauft und mit Vier-Spur angefangen, weil Gitarre uncool war. Hippie mit Gitarre, weißt Du? Erst auf englisch, dann auf deutsch. 1997 bin ich in Nürnberg, wo ich eine Zeit gelebt habe, intensiv in Kontakt mit Afrikanern und ehemaligen G.I.'s gekommen, die auf der Straße zum großen Teil bei UPS gearbeitet oder Weed verkauft haben. Die haben ihre Cyphers gemacht, da war gerade Wu-Tang-Zeit, wo sich Gruppen zusammenschließen. Als ich nach Hamburg gekommen ist, wollte ich nur einen Beruf machen. Ich wollte Tontechniker werden, war aber sehr enttäuscht von dieser Ausbildung, die sehr viel Geld kostet, aber nur die Hälfte von dem bringt, was sie verspricht. Dann habe ich die jetzt als Nina MC bekannte kennen gelernt, Samson 69, der jetzt bei Trainingslager einer der großen Freestyler ist. Damals waren wir mit Deichkind in einem Proberaum im Bunker, ein Teil unserer Gruppe, wir hießen damals O-Ton, sind dann Dicker Dance geworden, die jetzt bei Eimsbush sind. Andere sind Hamburger Hill geworden und Nina hat sich schon sehr früh abgesetzt und ihr Solo-Ding gemacht. bloom.de: Wie kam der Reggae-Einfluss? Mellowmark: Der Reggae-Einfluss kam damals schon in der Gitarrenzeit, noch vor dem HipHop-Einfluss. Ich war mit Skatern unterwegs, die sich massiv Bob Marley reingezogen haben, mit Türken, Zigeunern, Blacks, ehemaligen G.I.'s, die immer die Platten hatten, unterwegs. bloom.de: Wie alt bist Du jetzt? Mellowmark: Ich bin jetzt 23E (grinst). 23 ist das Alter, das ich letztendlich für mich gewählt habe zu sein und E ist in Buchstaben weitergezählt. bloom.de: Gab es Lieblingsplatten oder weitere Lieblingskünstler, die Du hattest? Mellowmark: Ich habe ganz viel Lieblingsplatten, ständig, aber ich würde sagen, dass es nicht mehr so was gibt wie Idole, seitdem ich Keziah Jones für mich entdeckt habe. Der hat mein Gitarrenspiel geprägt, diesen Stil. Das ist ein Straßenmusiker in London, kommt aus Nigeria und hat eine Platte aufgenommen, Ende der 80er, Anfang der 90er, die hat mich komplett geflasht. Das bedeutet mir sehr viel. Heutzutage bewerte ich Musik anders... [An dieser Stelle setzt ein durchdringender Bass von der Bühne her den Fähigkeiten des Diktiergerätes in Ende, womit die letzte Frage im musikalischen Nebel verdampft.] bloom.de: Vielen Dank für das Interview.
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Robert Kneschke
Hier reinhören und hier reinschauen in "Revolution". http://www.mellowmark.de
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- 01.11.2002 Coesefeld, Fabrik
- 02.11.2002 Offenburg, Oberrheinhalle
- 03.11 2002 Düsseldorf, ZAKK
- 04.11.2002 München, Backstage
- 06.11.2002 Dresden, Straße E
- 07.11.2002 Göttingen, Outpost
- 08.11 2002 Saarbrücken, Elektricity Festival @ E-Werk
- 09.11.2002 Reichenbach, Halle
- 11.11.2002 Nürnberg, Hirsch
- 12.11.2002 Ch-Basel, Kaserne
- 13.11.2002 Ch-Bern, Bierhüblie
- 15.11.2002 A-Innsbruck, Hafen
- 16.11.2002 A-Wien, Freeze Splash @ Spark 7 Halle
- 17.11.2002 A-Salzburg, Rockhouse
- 19.11.2002 Dortmund, Soundgarden
- 20.11.2002 Hamburg, Große Freiheit
- 22.11.2002 Bremen, Modernes
- 23.11.2002 Aachen, AZ Aachen
- 24.11.2002 Mainz, KUZ
- 26.11.2002 Lindau, Club Vaudeville
- 27.11.2002 Augsburg, Rockfabrik
- 28.11.2002 Potsdam, Lindenpark
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