 Dabei sind die Zeiten von "Love, Peace und Happiness" längst vorbei als sich Cochise 1979 gründen. Die studentische Aufbruchstimmung der 70er Jahre ist ebenso verflogen. Der Ton wird härter. Die Kämpfe zwischen Atomkraftgegnern und Polizei um Brokdorf und Grohnde als Atomkraftwerk-Standort und Gorleben als atomares Endlager sind keine Kinderspiele mehr. Wasserwerfer, Tränengas, Schlagstöcke, scharfe Waffen und viele Verletzte begleiten die Auseinandersetzungen.In dieser Zeit gründen sich Cochise. Anfangs noch eine kleine Folkgruppe, wird durch die Aufnahme von zwei weiteren Musikern schnell die endgültige Besetzung präsentiert. Die erste LP "Rauchzeichen" macht klar, auf welcher Seite Cochise stehen. "Kannst Du das mit ansehen?" fragt ein Song auf der Debut-LP. Cochise kann es nicht und tourt in den kommenden neun Jahren zu ungefähr 1.000 Konzerten. Die Titel ihrer Songs sind Programm. Einige heißen "Der Staat ist doof und stinkt", "Platanen statt Autobahnen", "Jetzt oder nie – Anarchie!" oder "1,2,3, lasst die Leute frei". Unverschnörkelt wird die Realität aus der Sicht einer neu aufkeimenden Ökologie- und Friedensbewegung beschrieben, die gegen die Startbahn West in Frankfurt oder für selbstverwaltete Häuser kämpft: "Und die Demo gegen die Startbahn / wir warn alle dabei / doch als wir an der B1 ankamen / gab's ne Riesenschlägerei / die SEKs schlugen auf uns ein / griffen sich viele raus / der Rest von uns lief zum Knast / wir schrien: Laßt die Leute raus." Andere Songs handeln von gleichberechtigter Liebe, Frieden, Selbstbestimmung oder Naturverbundenheit mit einem Hauch indianischer Verherrlichung. Das volle Hippie-Programm eben. Auch musikalisch wird in diese Kerbe gehauen. Von Violine, Mandoline und Saxofon wird fleißig Gebrauch gemacht. "Indianer-Anarcho-Rock" nennen sie diese Mischung. Lieder mit solchen Texten würden nicht zu Chart-Hits werden, dass ist klar. Im Radio gibt es Cochise nicht zu hören. Trotzdem verkaufen sie über 120.000 Stück ihrer insgesamt sieben Alben. .
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