 Die Musik, deren Grundgerüst, steht solide und fest, da wackelt nichts und es ist hörbar, dass Sixth Revelation seit ca. 20 Jahren Musik machen. Das wissen auch Bunny Wailer, Burning Spear und Jimmy Cliff, welche sich von der Reggae-Band begleiten ließen.Aber genauso, wie Amerikaner beim Wort "Deutschland" an Lederhosen und Bierkrug (so einer mit Metalldeckel, der mit dem Daumen hochgeklappt werden kann) denken, so denken viele Deutsche beim Wort "Jamaika" an Sonne, Strand, Urlaub und... ja, Reggae. Sixth Revelation tun viel, um ihrer Hörerschaft diese Vorstellung zu erhalten. Sommer-Reggae sozusagen, glattgeschliffen, mit erdrückenden Melodien und unbarmherzigen Synthesizer-Klängen. Da wird die sozialkritische Botschaft des ursprünglichen Reggae, den auch Sixth Revelation hochhalten wollten, nahezu erdrückt. Eine Ausmistung der Kompositionen oder eine akustische Einspielung würde sicher Wunder wirken. Vergleiche wie mit UB 40 kommen da zwangsläufig auf, selbst wenn die sich mit den Synthesizern zurückhalten. Aber es gibt ja auch Leute, die UB 40 mögen. Tiefpunkt des Albums ist leider die Cover-Version von dem Spiritual "We Shall Overcome". Sommer und Leiden passt einfach nicht zusammen. Glücklicherweise folgt auf dem Album gleich danach "Hold Up Your Hand". Eine Dancehall-Nummer, die hervorsticht, vor allem durch die verzehrte Gitarre im Hintergrund. Na also, es geht doch. Aber ein Song von fünfzehn ist zu wenig.
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