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Robert Plant - Dreamland 

11.09.2002

Muss man zum Namen Robert Plant noch etwas sagen? Der Mann und seine frühere Band Led Zeppelin sind Legende der Rockmusik, die Rockband der Siebziger, vielleicht einfach die explosivste Mischung aus vier Musikern, die es je gab. Seit dem Tod des Drummers John Bonham und der Auflösung der Band gelang es den verbliebenen Mitgliedern immer wieder, die Musikwelt zu überraschen, Bassist John Paul Jones als Arrangeur unter anderem für R.E.M. tätig nahm Platten mit der Gothic-Chanteuse Diamanda Galas auf und veröffentlicht unter eigenem Namen Platten mit avantgardistisch angehauchter Musik weit weg von Zeppelinschem Kraft-Rock. Gitarrist Jimmy Pages Solo-Alben waren häufig von recht bescheidener Qualität, die Ausdruckskraft, die er mit Led Zeppelin austrahlte, konnte er Solo nie annähernd erreichen, jedoch wenn er kompetente Partner hat, kommen schon immer wieder gut anhörbare Platten heraus wie die überraschende Honeysdrippers-Ep mit Jeff Beck und Robert Plant oder die arabisch angehauchten Page/Plant-Scheiben. Plant kann es jedoch auch alleine, wie er schon mit „Fate of Nations“ bewies und die neue Scheibe „Dreamland“ kann wirklich begeistern. Natürlich ist die Stimme Plants altersbedingt nicht mehr zu Wahnsinnsleistungen a là „Stairway to Heaven“ oder „Whole Lotta Love“ fähig, trotzdem ist sein Timbre immer noch unverkennbar. Für „Dreamland“ hat sich Plant zur Hälfte auf’s Covern verlegt, eine Idee, die ich schon mehrfach verketzert habe, die in vielen Fällen zu einem mehr als müden Aufguss bekannter Rocknummern verkam (Simple Minds, Popa Chubby und was weiß ich, wer noch alles in den letzten beiden Jahren auf diese müde Idee kam), Plant ist hier jedoch absolut die Ausnahme.

Robert Plant - DreamlandRobert Plant - DreamlandZunächst einmal wählt er die Titel mit Bedacht aus und keineswegs nach dem Popularitätsfaktor, wenn man von „Hey Joe“ (eine genialische und neuartige Interpretation, orientalisch angehaucht, erinnert an die Great Society-Version von „White Rabbit“, wenn das noch jemand kennt) und „Morning Dew“ einmal absieht, dürften die einzelnen Nummer dem durchschnittlichen Musikhörer gar nichts sagen. Schon auf „Fate of Nations“ bewies Plant ja mit Tim Hardins „If I were a carpenter“, dass er durchaus in der Lage ist, Fremdkompositionen gelungen zu interpretieren, auf Dreamland werden „Song to the Siren“ (Tim Buckley), „Darkness, darkness“ (Youngbloods), „One more Cup of Coffee“ (Bob Dylan) und "Skip’s Song" (Moby Grape) allesamt so dargeboten, als wären sie für Plant komponiert worden. Das ist auch zum gutenteil ein Verdienst der tollen Band (Justin Adams, John Baggott, Clive Deamer, Charlie Jones und Porl Thompson (ehemals bei The Cure)), die Eigenkompostionen (im Bandkollektiv geschrieben) atmen die Kraft des Blues und erinnern gelegentlich (besonders „Funny in my Mind“, „Red Dress“) an Zeppelin in den besten Zeiten. Wer dachte, Plant würde es nicht mehr bringen, wird mit dieser Platte eines besseren belehrt, wahrscheinlich die beste Solo-Scheibe eines Zeppelin-Mitglieds bisher. Zurecht beim Ami-Sender AFN abgefeiert und in den Charts platziert!

Dominik Engel

http://www.robertplanthomepage.com/

 

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