 Doch jetzt ist es da. Schon der Titel des Albums zeigt, dass die Toasters wenig gemein haben mit den unpolitischen Bands, die Ska als ballastfreie Tanzmusik sehen. Titel auf dem Album wie "Dog Eat Dog" oder "Sitting On Top Of The World" untermauern noch mal, dass vor allem Frontmann Robert "Buck " Hingley Sozialkritik als integralen Bestandteil der Band sieht. Er ist gleichzeitig der einzige, der seit der Gründung der Band durchgängig dabei ist.Die Ska-Welle um 1980, die in England Bands wie Madness, The Specials und Selecter hervorgebracht hatte, schwappte nicht bis in die Staaten. Das enttäuschte Robert Hingley, der gerade von England in die USA gezogen war, um einen Comicladen zu managen. Mit einigen Mitarbeitern gründete er The Toasters. Im Titelsong des aktuellen Albums versteckt er eine biografische Abrechnung, die sich auch gegen einige Fans richtet: "Es war '79 in London / die National Front [rechtsextremistische Partei] ging unter / die karierte Armee herrschte von Küste zu Küste / 20 Jahre trug er diese Flagge / von Krieg zu Krieg / aber es traf ihn tief / als er herausfand dass Menschen sich am meisten für Geld interessieren / und all die Geier / die sich selbst Fans nennen / waren nie in der Lage zu verstehen / dass er nur ein Feind des Systems war". Anhand solcher verbitterten Stellen wird deutlich, warum seine Konzertansagen so wütend und aggressiv klingen. Nach zehn Alben und tausenden Shows in der ganzen Welt ist es fast unnötig, die Musik der Band zu charakterisieren. Doch versuchen wir es wieder. Die Grundlage ist seit jeher rhythmischer Two-Tone-Ska. Auf den ersten CD's noch relativ langsam, steigerte sich das Tempo über die Jahre. Geblieben sind immer die im Vordergrund stehenden Bläser-Sätze und die prägnante, leicht quengelnde Stimme von "Bucket". Durch die Aufnahme von Jack Ruby Jr. – Sohn des jamaikanischen Produzenten Jack Ruby – als Sänger stieg auch die Anzahl von Dancehall-Passagen, über die Ruby Jr. singen konnte. Auf "Why Oh Why" gibt es einige besonders schöne Stellen. Der Song "Sweet Hometown Jamaika" (angelehnt an "Sweet Home Alabama" von Lynyrd Skynyrd) ist eine gelungene Hommage an seine Heimat. Durch solche Rhythmuswechsel lockert sich das auf Dauer monotone Songbild erfrischend auf. .
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