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Wonderwall - Witchcraft 

28.05.2002

Vor knapp einem Jahr trat das Mädchentrio Wonderwall mit ihrer "Witchcraft"-Single das erste Mal an die Öffentlichkeit. Die Single überzeugte mich damals nicht und so ging die zweite Single "Who Am I?" im Herbst 2001 spurlos an mir vorüber.

Wonderwall - WitchcraftWonderwall - WitchcraftAber jetzt, nachdem die dritte Single "Just More" durch den Einsatz in der Marienhof-Seifenoper bis auf Platz Drei der deutschen Single-Charts klettern konnte und das Album vorliegt, kommt es wieder zu einem Zusammentreffen.

Während die Songs aus dem CD-Spieler tröpfeln, überrascht mich der Blick ins Booklet. Schön gestaltet mit netten Fotos – natürlich nur der fotogenen Mädchen – und allen Songtexten. Hier wird der Makel des gesamten Albums jedoch schon sichtbar. Die Texte sind Allerweltstexte. Lieder über Liebe, Einsamkeit, Romantik, banal, belanglos und im Drei-Minuten-Takt. Selbst wenn sie nicht an die lyrischen Qualitäten etwa eines Rio Reisers heranreichen, gäbe es noch andere Wege, interessante Songs zu schreiben.

Doch auch musikalisch ist die CD banal. Nach mehrmaligem Hören des 45-Minuten-Albums fällt mir einzig der Song "Big Bang" auf. Aber nicht wegen einer interessanten Komposition, spannendem Arrangements oder außergewöhnlicher Instrumentierung, sondern weil er im Dreiviertel-Takt steht. So banal. Die Stimmen der Mädchen sind schön, aber nicht schön genug, um sich wie Dolores O' Riordan von The Cranberries erlauben zu können, nur "dadada" zu singen. Die Musik ist akkordbetonte Folkmusik, hier jedoch durch Studiomusiker zu ausgefeilt, um den Lagerfeuer-Bonus zu bekommen.

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Wonderwall - WitchcraftWonderwall - WitchcraftDie drei Mädchen eLa, Kati und Jule legen Wert darauf, dass sie eine "echte Band" seien, sich also durch gemeinsame Interessen und nicht durch ein Casting gefunden haben. Angefangen hat es mit der Theateradaption des alten DDR-Hörspiels "Der Traumzauberbaum". Richtig los ging es aber erst mit der richtigen Managment-Maschine. Touren durch Viva, Logo, taff, dem Disney-Club, NBC, Giga-TV, Interviews, Talkshows und alles was dazugehört, sorgten für die nötige Bekanntheit. Sei es Zufall oder Absicht, ohne das Interesse der Marienhof-Serie an der "Just More"-Single hätte die Band den Sprung in die Top Ten sicher nicht geschafft.

Es gibt es zu viele Musikerinnen, die ähnlich klingen. Zum Beispiel Alanis Morisette, Celine Dion, Sophie E. Bextor, Sheryl Crow, Jewel oder Sara K, um nur einige zu nennen. Aus der Masse stechen die drei Freundinnen nicht durch ihre musikalischen oder lyrischen Fähigkeiten, sondern allein durch die hohe Medienpräsenz heraus. Als Hintergrundmusik für ruhige Cafés oder die Hausaufgaben mag die Musik geeignet sein, aber beim Zuhören verliert sie schnell an Spannung.

"I laid down my soul so you could see / I had no identity / I drowned in my homemade loneliness / And died of the thirst of my selfishness" singen Wonderwall ausnahmsweise ganz passend.

Robert Kneschke

http://www.wonderwall.de

 

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