 "Gott sei Dank" ist man gewillt auszurufen, denn Tweedys fieses Konzept von Zuckerbrot und Peitsche geht die gesamten 51 Minuten über auf. Da verzückt „War On War“ mit sommerlichen Melodien, um gleichzeitig in den Textzeilen den Abgrund aufzuzeigen: "There's a war on war / You`re gonna lose / You got to lose / You have to learn how to die". Da lullt die niedliche Acoustic-Ballade „Jesus, Etc.“ fast schon ein, nur damit einen das folgende „Ashes Of American Flags“ (der Song wurde vor dem 11. September aufgenommen) mit all seinem Schwermut sowie dem abrupt einsetzenden Finale wachrüttelt. Und da wirft „Poor Places“ den Hörer in in ein Wechselbad der Gefühle ehe ein verzerrtes Krachchaos ausbricht, in der eine weibliche Computerstimme „Yankee Hotel Foxtrot“ frohlockt.Hier trifft Flower Power-Folk auf Psychedelic-Pop. Das klingt dann als hätten in den späten 1960er Jahren Crosby, Stills, Nash & Young mit der Sgt. Pepper‘s Lonely Hearts Club Band oder die Kinks mit den „Pet Sounds“-Beach Boys gejammt und Beck die Bänder ein paar Jahrzehnte später remixt. Christof Herrmann PS: Mit „Heavy Metal Drummer“ und „Pot Kettle Black“ sind im hinteren Teil von „Yankee Hotel Foxtrot“ zwei schmerzfreie, radiotaugliche Sommerhits enthalten. So weit jedoch scheinen die Verantwortlichen von Warner/Reprise damals nicht vorgedrungen sein.
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