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Alec Empire - Intelligence and Sacrifice (27.05.2002) 

26.05.2002

Was das Solo-Album von Alec Empire, Frontmann der Band Atari Teenage Riot von ebendieser unterscheidet, kann nur durch die zweite CD des Doppel-Albums definiert werden.

Alec Empire - Intelligence and Sacrifice (27.05.2002)Alec Empire - Intelligence and Sacrifice (27.05.2002)Die erste CD ist genauso wie jede andere Atari Teenage Riot-Platte. Laut, hart, schnell, verzehrt, elektronisch und manchmal nervend. Musikalisch beschrieben klingt sie wie eine Mischung aus Speed-Metal, Gabba, Hardcore und Punk. Nicht von ungefähr beschreibt Alec Empire diesen Mischmasch als "digitalen Hardcore", denn hier verschmelzen die Vorteile elektronisch produzierter Musik mit der rauen Aggressivität von live eingespielter Musik.

Wer Atari Teenage Riot live bei der Revolutionären 1.Mai-Demonstration 2000 in Berlin gesehen hat, weiß, wie sehr sich diese Musik eignet, um Wut, Hass und Aggression zu erzeugen. Nicht immer durch die Musik, auch gegen sie.

Politisch sieht sich Alec Empire links, aber die Texte bestechen nicht durch gesellschaftliche Kritik oder gar weitergehende Utopien. Sie sind eine Ansammlung aus Gewaltphantasien, Machoismen und Aufrufen zur Zerstörung: "Everything reactionary is the same: If you don't hit it - it won't fall!" Das klingt nach der englischen Variante von "Macht kaputt, was euch kaputt macht", endet aber in einem hirnlose Aufruf wie "Perform the war!"

Die zweite CD ist anders, ungewohnt vor allem. Langsamer. Instrumental. Der Rhythmus wird bewusst unterbrochen, sobald sich das Ohr darauf eingestellt hat. Die Platte ist so aufgenommen, dass das Ende gleichzeitig an den Anfang passt, damit sie in der Endlosschleife gehört werden kann. Wer das will, sollte Nerven mitbringen. Düstere Experimente sind es, die sich manchmal anhören, als wären es die Reste, die nicht gut, schnell oder böse genug für die erste CD waren. Oder wie zufällig in den Sequenzer eingetippte Zahlenkolonnen. Dissonant. Wenn er damit etwas sagen will, verstehe ich es nicht. Vielleicht ist das der Punkt.

Wenn Alec die Menschen mit seiner Musik irritieren will wie Punk es vor 25 Jahren mal getan hat, mag ihm eine politische Dimension nicht abzuschreiben sein. Aber die Unterdrücker und Reaktionäre, die er irritieren könnte, werden ihn nicht hören.

Robert Kneschke

http://www.digitalhardcore.com

Vorläufige Live-Termine

  • 26.05.2002 Köln - Gebäude 9
  • 27.05.2002 Berlin - Columbiafritz

 

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