 Ein sehr schönes Lied ist auch „Differently“ ein Song über die Fehler die man in einer Beziehung macht, beziehungsweise die Fehler die man sich – oft auch unberechtigterweise – nach dem Scheitern vorwirft. Hätte man nicht mehr.... oder wäre es nicht besser gewesen wenn.... Hier mischen sich Melancholie und Hoffnung, nicht nur textlich, sondern auch melodisch.Ein Song, über den im voraus schon viel gesprochen wurde ist das rockigste Stück von „Are you passionate?“ "Let's Roll". Eingeleitet durch Handyklingeln und inspiriert durch den Telefonanruf eines Passagiers am 11.September 2001, kurz bevor seine Maschine in Pennsylvania abstürzte. Ein nur teilweise gelungener Song. Schade, dass Neil Young seinen Beitrag zu diesem konstruierten amerikanischen Heldenepos so einseitig im Raum stehen lässt. Erstaunlich, dass Neil Youngs exzellentes Gitarrenspiel – früher oftmals schon bei den ersten Klängen identifiziert, wie zum Beispiel bei seinem grandiosen Soundtrack zu „Dead Man“ - kaum zum tragen kommt. Er spielt immer noch qualitativ hochwertig, aber nur selten so überragend wie zu seinen besten Zeiten. Auch an seiner Stimme erkennt man, dass er langsam aber sicher ein gewisses Alter erreicht hat; sie ist bei weitem nicht mehr so klangvoll. Im großen und ganzen eine eher sinnliche Platte ohne aufwendige Klangexzesse, dafür mit dem gelegentlichen Einsatz von Orgel und Trompete. Wer einen extravaganten Reißer a la „Mirrorball“ oder das legendäre „Harvest“-Album erwartet, wird enttäuscht werden. Vielleicht ist diese CD eher was für Fans, als für Neueinsteiger. Jemand der Neil Young durch die letzten Jahre oder Jahrzehnte musikalisch begleitete, wird trotz allem seine Freude an dieser CD haben. Sie ist besser als ihre beiden Vorgänger, wird sich aber nicht in die Topliste der Neil Young Alben einreihen können. Steffen Doerre
|