 Unbestritten ist, dass der Fahrer und gleichzeitige Fanclub-Leiter sowohl von Bernhard Brink als auch von Jeanette Biedermann ein kleine Einkaufstour durch die Lande gemacht hat, bewaffnet mit einer Liste von über 200 CD-Händlern aus über 60 deutschen Städten. Daran ist jetzt natürlich alleine nichts verwerfliches! Na gut, er hat in den zwei Tagen mehr als hundert CDs gekauft. Das kann seine persönliches Leidenschaft sein, vielleicht verdient er einfach mehr als sein Chef und Idol und kann sich täglich 50 CDs leisten. Warum er dann aber 15 Exemplare der neuen CD von Jeanette Biedermann braucht (und noch ein paar mehr von der neuen Brink-CD), ist schon nicht mehr ganz so leicht nachvollziehbar. O.K., Jeanettes CD enthält ein Poster der Dame, aber letztlich taugt das nicht als Pin-up, weil viel zu klein und viel zu viel Klamotten! Was kann also der Grund für diese Einkäufe sein und warum muss man da in verschiedene Geschäfte gehen, wo doch sicher jedes einzelne sich über den Absatz von solchen CD-Mengen freuen würde? Als Hintergrund dazu muss man wissen, wie die deutschen Charts ermittelt werden. Nach Angaben der Media Control, die diese Ermittelung im Auftrag des Bundesverbandes Phono vornimmt, sind zur Zeit etwa 1800 Tonträgerhändler bundesweit an ein System gekoppelt, in dem die Verkaufszahlen der einzelnen Händler gesammelt werden. Dabei werden ausschließlich elektronische Kassensysteme verwendet und die Daten werden natürlich codiert verschickt. Um elementarste Manipulationen zu vermeiden, kommen noch verschiedene Kontrollmechanismen zum Zuge, so werden auffällige Häufungen von Verkäufen (wenn z.B. auf einem einzelnen Verkaufsbon besonders häufig die gleiche CD auftaucht, oder ein Händler weit über Durchschnitt verkauft) besonders unter die Lupe genommen und ggf. aus der Wertung genommen. (Genauere Angaben gibt es beim Bundesverband Phono) Daher macht es wenig Sinn -mal ganz hypothetisch- in einem Geschäft hundert Mal die gleiche CD zu kaufen, um einen verbrauchten Altstar wie sagen wir Bernhard Brink in die Charts zu pumpen, das würde mit hoher Wahrscheinlichkeit auffallen, zumal wohl kein Händler mit einem Minimum an Grips sich hundert Exemplare der neuen CD von Bernhard Brink in den Laden stellen würde, und damit würde diese Verkaufszahl aus der Wertung gestrichen. Kauft man dagegen etwa in 20 Läden je 5 dieser CDs, so hat man schon 100 Verkäufe in der Wertung. Wenn man dann noch dazu weiß, dass im Frühjahr deutlich weniger CDs für eine untere Platzierung in den Top 100 verkauft werden müssen als z.B. vor Weihnachten und mit solch einer Platzierung natürlich verschiedene bundesweit operierende Ketten den betreffenden Titel verstärkt ordern, in ihren Charts präsentieren und dadurch weitere Verkäufe provozieren, dann macht ein solches Verhalten schon Sinn. Natürlich ist das ein ganz schöner Aufwand, eine Vielzahl von Läden anzufahren, nur um dann immer wieder die gleichen CDs zu kaufen, aber als Chauffeur und Fanclub-Leiter von Bernhard Brink hat man vielleicht nicht viel zu tun und so bleibt Zeit für einen ausgedehnten Einkaufsbummel. Und selbstverständlich hatte den Mann zunächst niemand dazu angestiftet, nicht die betroffenen Plattenfirmen und schon gar nicht der gemeinsame Manager Holger Kurschat. Inzwischen haben Brink und Biedermann immerhin selbst für die Käufe „gute Erklärungen“ parat. Brinks CDs sind laut seiner Homepage für seinen Fanclub bestimmt. Anscheinend wollen die Mitglieder die CDs nicht mehr selbst kaufen? Die Biedermann äußert sich auf ihrer Homepage selbst nicht, gibt aber auf der GZSZ-Page bekannt, sie benötigte die CDs dringend, da sie bei anstehenden Promotion-Terminen im Radio Promo-CDs zur Verfügung stellen will. Radiosender werden also auch nicht mehr von der Industrie bemustert. Früher war alles besser, da mussten Künstler noch nicht selbst die Promos bezahlen. Nun ist es aber auch unbedingt richtig, dass weder die eine noch die andere Anzahl alleine größere Auswirkungen auf die Charts haben und dass Jeanette Biedermann auch ohne diese Käufe in den Charts bleiben würde, und Brink die Charts trotzdem nicht geschafft hat, andererseits muss man sich fragen, ob der gute Mensch vom Fanclub nicht noch weitere Touren unternommen hat. Aber wahrscheinlich hat er das zum ersten und einzigen Mal gemacht und weil er in so Sachen ja ungeübt ist, hat er sich auch gleich dabei erwischen lassen. Interessant ist dazu ein Eintrag im Gästebuch von Brink (ja, ihr seht, ich hab mir’s richtig dreckig gegeben, nicht nur die GZSZ-Homepage durchforstet, sondern auch in die Gästebücher geguckt, und bei den Postings dort kann man schon einen Schaden kriegen), wo ein Mitarbeiter eines Internet-Magazins und ehemaliger Angestellter einer Plattenfirma, der an anderer Stelle ein Interview mit Brink führt, äußert, solche Käufe wären an der Tagesordnung. Da hat sich Bernhard bestimmt gefreut, dass der Mann ihm da so den Rücken stärkt!
Zur weiteren Lektüre bezüglich Manipulationsmöglichkeiten der deutschen Charts empfehle ich diese Seite. Dominik Engel
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