 Experimentell natürlich oder psychedelisch. Das Debutalbum "Music Has The Right To Children" der Band wurde von der englischen Musikzeitschrift NME 1999 unter die 25 besten Psychedelic-Alben aller Zeiten gewählt. Sven Väth führt einige Songs in seiner Top-10-Playlist und das neue Album schoß im Februar auf Platz 21 der britischen Albumcharts.Das zweite Album erscheint erst jetzt, vier Jahre nach der Veröffentlichung des Debuts. Die Basis des Sounds ist meist ein HipHop-artiger Beat, der von langgezogenen Sequenzertönen begleitet wird. Zwischendurch erscheinen immer wieder kleine Melodien, Geräusche, Stimmen oder Gesangsfetzen, die ebenso schnell verschwinden. Manchmal erinnert die Musik an langsame Elektronikspielereien von Moby, wie auf seiner Underwater-CD oder den letzten "Animal Rights"-Stücken. Aber Boards Of Canada sind ein Stück irritierender und unberechenbarer. Während Mobys Songs ruhig dahinplätschern, überraschen die Lieder auf der "Geogaddi"-CD schon mal mit Dissonanzen oder seltsam anmutenden Samples. An traditionelle Liedstrukturen wie Strophen oder Refrain hält sich das Projekt nicht, welches bis Ende der Achtziger Jahre schon über vierzehn verschiedene Mitglieder begrüßt und verabschiedet hatte. Teils klingen die Songs wie Filmmusik, mal wie wahr gewordene Träumereien von Musikwissenschaftlern und teils wie Drogendelirien. Am sichersten ist immer noch: selbst hören, ob das Album zusagt.
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