|
Rap ist auch in Österreich längst etabliert. Ob Falco damit irgendwas zu tun hat, ist anzuzweifeln, aber dennoch gibt es in der kleinen Alpenrepublik bis dato eine florierende und recht gesunde Szene an kopfnickenden Baggyträgern, die sich dicken Beats und Flows verschrieben haben. Und zu den Stars dieser Szene kann man wohl getrost Texta aus Linz zählen. Die fünfköpfige Crew werkelt schon seit 1993 sehr erfolgreich an Veröffentlichungen und hat zu diesem Zwecke auch ein eigenes Label mit dem Namen Tontraeger Rec. gegründet. Durch die recht intensive Connection zu Blumentopf wurden die Linzer auch in Deutschland relativ schnell bekannt, aber dennoch nicht Teil der Chartlandschaft. Obwohl die Tracks durchaus das Zeug dazu hätten, aber das scheint nicht der Weg der charismatischen Österreicher zu sein.
 Seit Jahren erspielen sich die MCs Laima, Huckey, Skero und Flip zusammen mit ihrem DJ Dan eine stetig wachsende Fangemeinde und hatten beim letzten Splashfestival ebenfalls die Ehre, ihr Können zu beweisen. Eine EP und zwei Alben stehen bei Fans bereits im Plattenregal und müssen jetzt ein bisschen enger zusammenrücken, da der neue Longplayer Blickwinkel fertig ist. Und der hat es in sich. Die Texte gehen gewohnt tief und unterscheiden sich wirklich wohltuend vom Gros der HipHopveröffentlichungen. Da wird zum Beispiel im Track Casino locker aus vier verschiedenen Perspektiven über Spielsucht philosophiert oder in Kanten mal eben für zwischendurch dem Hörer ein wenig Kantsche Philosophie vermittelt. Was sich jetzt vielleicht trocken anhört, ist es durchaus nicht. Allein der Texte wegen könnte und sollte man das Album sehr oft rotieren lassen. Aber das ist nicht alles. In musikalischer Hinsicht kann Blickwinkel ebenso überzeugen und ist, wie auch die verschiedenen Blickwinkel in den Textpassagen, sehr breit gefächert und fokussiert immer wieder andere Aspekte tonalen Schaffens. Die Instrumentals sind sehr gelungen und hören sich dank der gewissen Prise Texta auch nicht nach den üblichen Standardbeats an. Ausserdem gibt’s drei von den Jungs selbst live eingespielte Instrumentalszwischenstücke und ein leicht dialektangehauchtes Reggaestück. Alles in allem eine sehr feine Mischung, die zu keiner Sekunde langweilig wird und auch nach dem x-ten Mal anhören noch Neues entdecken lässt. Ein neuer Meilenstein vom Ösi-Urgestein.Udo Gröbner
|
http://www.texta.at
  | Cd(s) bei amazon.de kaufen bzw. vorbestellen... |
|
  |