 Es ist eine Reise durch alle Rosenstolzplatten. Von dem wunderbar verruchten „Nur einmal noch“ (leider hier eine 98er Version die eher nach defekten Boxen klingt – wo sind die Gitarren hin?) über „Soubrette wird‘ ich nie“, wo AnNa ihre gesanglichen Kapazitäten unter Beweis stellt, bis zu der aktuellen Single „Es könnt‘ ein Anfang sein“. Es sind nicht ihre besten Songs, aber die bekanntesten. Also auf jeden Fall etwas für Neueinsteiger (Fans kaufen sich eh‘ alle neuen Platten). Man sieht hier sehr schön die Entwicklung der beiden. Es kamen Schritt für Schritt immer mehr elektronische Klänge dazu, welche den rauhen Gitarrensound verdrängte, der noch auf der „Nur einmal noch“-Platte zu hören ist. Ich möchte nicht sagen, dass die Musik mainstreamiger geworden sind, denn wenn ich mir heute ein neues Lied von Rosenstolz zum ersten Mal anhöre, kann ich wie früher erst mal wenig damit anfangen. Man muss sich immer noch in ihre Musik hereinhören. Mir fehlte aber mit der Zeit immer mehr der undefinierbare schräge Touch, das musikalisch Provokante. Andererseits ist die Musik größer, umfangreicher geworden seit Peter Plate sie selbst produziert. Und die Texte sind heute wesentlich vielseitiger, haben sie mir noch vor ein paar Jahren erzählt, dass sie sich politische Texte eher weniger vorstellen können.Meine Begeisterung jedenfalls lässt immer mehr nach. Bis vor ein paar Jahren war es eine andere Atmosphäre auf ein Rosenstolzkonzert zu gehen. Man war irgendwie unter sich. Da gab es keine kleinen Mädchen, die vor der Bühne herumkreischen. Da gab es bei strömenden Regen Open Air-Konzerte, wo das gesamte Publikum den Refrain mitsang. Auch hat man damals noch ohne Probleme ein Interview bekommen. Aber nun sind sie einfach zu beschäftigt und begehrt. Schade! Aber in einigen Jahren wird der Boom wieder vorbei sein und zurück bleiben die wahren Freunde. Felix Kosel
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