 Mit ihrem harmonien- und melodienreichen Gitarren-Poprock lassen sich die "Splitternackten Damen" problemlos ins CD-Regal zu US-Kollegen wie Hootie And The Blowfish, Matchbox 20, Crash Test Dummies und Spin Doctors gesellen. Sowieso meist akustisch instrumentiert, bedient sich die Gruppe um das Sänger- und Gitarristenduo Ed Robertson und Steven Page dabei schon mal beim amerikanischen Folk und Country. Der augenzwinkernde Humor in den emotionsgeladenen Texte sorgt dafür, dass die zuweilen arg braven Songs nicht gänzlich der Beliebigkeit ausgesetzt sind. „Lying in bed just like Brian Wilson did“ heißt es in „Brian Wilson“, was der Meister selbst so originell fand, dass er den Song live coverte (nachzuhören auf Wilsons „Live At Roxy Theatre“). Den passenden „Woo Hoo Hoo“-Harmoniegesang à la Beach Boys präsentieren die Barenaked Ladies freilich erst später in „It‘s All Been Done“. Weitere Highlights sind der groovende Bestseller „One Week“ und der Liveklassiker „If I had $1.000.000“, dessen Songzeile „If I had $1.000.000, we wouldn‘t have to eat Kraft dinner“ das Publikum seit Jahren dazu motiviert, tonnenweise Fertiggerichte wie „Macaroni with cheese“ auf die Bühne zu werfen. Das „Greatest Hits“-Album erfüllt also durchaus seine Aufgabe, denn es bietet einen guten Überblick über das zehnjährige Schaffen des Quintetts aus Toronto. Alle sind sie hier versammelt - die kleinen wie die großen Hits der Barenakes Ladies. Da freut sich der Interessent, denn er kann auf die vereinzelten Füller der bisherigen sechs Platten verzichten, da ärgert und freut sich zugleich der Komplettist unter den Fans, da er die Compilation aufgrund der beiden neuen Songs (und vielleicht aufgrund des Bruce Cockburn-Covers „Lovers In A Dangerous Time“, das auf einem Tribute-Album für den kanadischen Singer / Songwriter veröffentlicht wurde) zu kaufen gezwungen ist. Das letzte Stück auf „Disc One: All Their Greatest Hits“ heißt „Thanks That Was Fun“. Dem ist wahrlich nichts mehr hinzuzufügen.
Christof Herrmann
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