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Damo Suzuki's Network - Metaphysical Transfer 

27.11.2001

Der am 16.01.1950 geborene Japaner Damo Suzuki ist eine der außergewöhnlichsten Personen des Musikbusiness.

Damo Suzuki's Network - Metaphysical TransferDamo Suzuki's Network - Metaphysical TransferAufgewachsen in Japan wurde er von den CAN-Musikern Holger Czukay und Jaki Liebezeit in München als Straßenmusikant entdeckt und sofort engagiert, um noch am selben Abend mit ihnen einen chaotischen Auftritt hinzulegen. Er blieb 4 Jahre lang bei CAN und nahm mit ihnen unter anderem die bis heute unvergleichliche Platte „Tago Mago“ auf.

1974 verschwand er aber genauso schnell wie er zuvor entdeckt wurde und man hörte neun Jahre nichts mehr von ihm. Angeblich wurde er Zeuge Jehovas.

Erst 1983 tauchte er wieder auf, spielte zunächst mit den Bands Dunkelziffer und der Phantom Band um Jaki Liebezeit einige Konzerte, bevor er die Damo Suzuki Band gründete, die 1990 von Damo Suzuki & Friends abgelöst wurde und schließlich in Damo Suzuki's Network überging. Für diese Bands verfügte Suzuki über einen Pool von befreundeten Musikern, zu denen neben vielen anderen die CAN-Musiker Liebezeit und Michael Karoli (am 17.11.2001 verstorben), sowie Dominik von Senger von Dunkelziffer und auch Mani Neumeier (Guru Guru) gehörten und die wechselweise mit ihm auf Tour gingen.

Seit Damo 1997 sein eigenes Label Damo’s Network gegründet hat, veröffentlicht er eine Reihe aufwändig verpackter Alben mit bis zu 7 CD’s, die ausschließlich Live-Material enthalten. Auch „Metaphysical Transfer“ ist ein solches Live Doppel-Album, diesmal aufgenommen in Seattle, Eugene, Vancouver und Los Angeles im Oktober 2000.

Und man muss es einfach so sagen, Suzuki ist ein im postiven Sinn Verrückter geblieben, wo sich die anderen CAN-Musiker weiterentwickelt haben und viel Struktur in ihre Musik gebracht haben, dadurch aber den spontanen, anarchischen Charme eingebüsst haben, hält Suzuki seine Bands – auf dieser CD Dominik von Senger (gtr), Ryan Kirk (bs, gtr), Tommy Grenas (bs,gtr,synth), Brandon LaBelle (drm), Kevin Lee (Synth, theremin) und Len del Rio (perc) – zu wilden Improviationen um seine vokalen Lautmalereien an, so dass die Musik häufig an die besten Momente von „Tago Mago“ (z.B. „Halleluwah“ oder „AUMGN“) erinnert. Dabei sind auch häufig kleine Soundfitzelchen zu entdecken, die an andere CAN-Stücke wie „Spoon“, „Outside my door“ (am Anfang des Höhepunktes „L.A. Tibet“, purer Wahnsinn!) oder „Vitamin C“ erinnern. Suzukis Texte sind unverständlich, vielleicht japanisch, vielleicht englisch und das ist auch gar nicht von Bedeutung, es geht eigentlich nur um den Gesamtklang und die Band hat hörbar ihren Spaß daran, diesen Klang aus den einfachen Grundstrukturen heraus zu entwickeln. Dabei werde die Instrumente nicht nur im herkömmlichen Sinn gespielt, es wird viel mit Klängen experimentiert, und das nicht nur am Synthesizer. Das ist natürlich für den Hörer nur dann ein Vergnügen, wenn er psychedelische Musik mag, viele Hörer werden diese Platte wie alle anderen Network-Veröffentlichungen wohl unter ziellosem Gedudel abtun. Aber wie schon die einfache CD „V.E.R.N.I.S.S.A.G.E.“ (mit den CAN-Titeln „Mushroom“ und „Halleluwah“) oder die Veröffentlichungen „Seattle“ (mit „Mother Sky“) und „Odyssey“ der letzten Jahre, ist auch diese CD für Psychedelic-Fans absolut empfehlenswert. Ob man allerdings mehr als eine dieser Momentaufnahmen Suzukis braucht, oder gar die 7-CD-Box „P.R.O.M.I.S.E.“, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber jeder, der sich einen CAN-Fan nennt, sollte zumindest eine dieser Platten besitzen!

Dominik Engel

http://www.spoonrecords.com - http://www.damosuzuki.com - http://www.fuenfundvierzig.com

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