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In den 80er Jahren war die stillgelegte Schokoladenfabrik Stollwerck in Köln der Treffpunkt einer unabhängigen und sehr eigenständigen Musik- und Kunstszene. Die leerstehenden Hallen und Keller boten jede Menge Platz für Proberäume und Ateliers, Träume und Spinnereien. Kurz gesagt: in den diversen Gebäuden tobte das Leben, und zwar rund um die Uhr. Das eigentliche Herzstück des Areals aber war die Maschinenhalle, ein riesiger Raum, der, nachdem ihn sich die hauseigenen Graffiti-Künstler vorgenommen hatten, praktisch keinen weißen Fleck mehr vorzuweisen hatte. Psychedelisch war kaum ein Ausdruck dafür. Für die brodelnde Musikszene im Stollwerck war diese Halle das Überdruckventil und die Bühne, die bald auch überregionalen und internationalen Acts offen stand, wurde heftigst benutzt. In den Proberäumen entstanden in wahnwitzigem Tempo neue Bands aus alten Formationen, trennten sich wieder, oder wurden schnell zu Insidertipps, und da man hautnah, quasi Tür an Tür mit bildenden Künstlern zu tun hatte, ließ man sich gerne auch aus dieser Richtung inspirieren. Da in Köln dank der Familie Stockhausen ein Interesse an experimenteller Musik vorhanden war und Can , deren Drummer Jaki Liebezeit aktiv an der Stollwerck-Szene beteiligt war, einen großen Einfluss hatten, kam es geradezu zur Explosion in Chemiebaukasten - und wenn ich es so sagen darf -auf alle, die an dem Experiment beteiligt waren, färbte etwas ab.
 Die Maschinenhalle und große Teile der Fabrik wurden 1986 abgerissen und die Musiker und Künstler umgesiedelt. Der Kreis der Künstler und Musiker, die damals einen Grundstein zur heutigen "Kulturhauptstadt" Köln (auch wenn dieser Titel den meisten nicht behagt) gelegt haben, ist weiter aktiv und kreativ. Der Sampler Maschinenhalle 2001 führt vor, was die einstigen Stollwerckmusiker heute machen. Beeindruckend ist, dass von ihnen niemand stehen geblieben ist, sondern dass der wichtigste Faktor ihrer Arbeit Progression zu sein scheint. Der größte Hit der Szene "Masimba Bele" von The Unknown Cases kommt heute konsequenterweise als Acid 2000 Mix daher und Jaki Liebezeit mit Club Off Chaos definieren eigene Auffassungen von Trance.
Das ungewöhnlichste Stück des Samplers liefern Trance Groove ab. Der Track "Reich der Träume" wurde um den Gesang von Nico herum arrangiert, die in Köln geboren und als Sängerin von Velvet Underground weltweit bekannt wurde. Maschinenhalle 2001 ist nicht nur etwas für Eingeweihte, hier kann man das hören, was erst in drei, vier Jahren, durch den Kommerz-Filter geschickt, als Innovativ gelten wird.vladinova
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erschienen bei Fünfundvierzig http://www.fuenfundvierzig.com
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