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Es weihnachtet wieder einmal. Das Fest der Besinnlichkeit und der Nächstenliebe steht vor der Tür. Natürlich müssen wir alle bis zu dem Abend, an dem wir uns von dem vorweihnachtlichen Wahnsinn mal einen Abend lang besinnen können, bevor dann schon wieder der Jahreswechsel-Stress ins Haus steht, noch allerhand über uns ergehen lassen, was sich die Musikindustrie in ihrer Liebe zu uns ausgedacht hat. Denn zu Weihnachten möchte auch die Musikindustrie besonders gerne das Klingeln hören, allerdings dass der eigenen mittlerweile virtuellen Kassen. Aus diesem kühlen Grunde werden jedes Jahr ab November zum einen mehr oder weniger überflüssige Best-of und Greatest Hits-Veröffentlichungen auf den Markt geworfen, zum zweiten erscheinen obligatorisch verschiedene Helmut Lotti und Bocelli-CDs für die Omas und Opas, die den ja ach so gerne hören und denen man nicht schon wieder eine Doppelherz-Flasche schenken will, weil die von den vorigen Jahren schon lange vergessen und übers Verfallsdatum hinaus im Küchenschrank dahinmodern, und zum dritten gibt es (natürlich) auch Weihnachts-CDs. Nein, nicht die alten Gassenhauer vom Tannenbaum und vom Christkind, wer modern und angesagt sein will, muss hier natürlich auch auf moderneres zurückgreifen. Dieses Jahr haben als erste Destiny’s Child und Toni Braxton das weihnachtliche Wort ergriffen. Destiny’s Child wurden bereits an anderer Stelle bei bloom besprochen, zu Toni Braxton möchte ich hier kurz Stellung nehmen.
 Frau Braxton bietet auf der CD „Snowflakes“ unter Mithilfe ihres Ehemanns Keri Lewis keine Neueinspielungen alter Weihnachtstitel, sondern überwiegend Originale, deren Texte einen weihnachtlichen Touch haben. Da sie gegenüber ihren sonstigen Aufnahmen das Tempo noch etwas auf besinnlich gedrosselt hat und noch etwas mehr von dem, was sie wohl als Gefühl bezeichnen würde, in den Gesang packt, soll wohl weihnachtliche Stimmung entstehen. Und natürlich passen auch die übliche Herz-Schmerz-Lyrics der Dame auch hier gut zum Thema. Hier und da ein wenig Glockengeläut, sehr jazzige Arrangements, mal ein Shaggy als Santa Claus, fertig ist die Weihnachts-CD. Ein Art Instant-Produkt, künstlich wie das Coverfoto der Braxton. Wie sagte da meine Freundin Elke? Grausam. Und auch deswegen liebe ich sie. Elke natürlich. Dominik Engel
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