 Nur rund 200 Leute waren am heutigen Abend ins viermal so viele Menschen fassende Columbiafritz gekommen, um nach dem erstklassigen Vorprogramm von Phonetic die Briten Elbow bei ihrem Berlindebüt zu begutachten, so dass die hinter der Bühne angebrachte Leinwand, auf der hauptsächlich Live-Bilder zu sehen waren, etwas fehl am Platz wirkte. Die fünf Bandmitglieder selbst hingegen schienen sich während ihres 11 Songs umfassenden Sets ausgesprochen wohl zu fühlen: Sänger Guy Garvey scherzte zwischen den Stücken mit dem Publikum, während der Roadie dem Bassmann Zettelchen neben die Playlist legte, aus denen die aktuelle Laune des Gitarrenstimmers prima abzulesen war: "Wake me up, Baby, yeah!" Und der Auftritt überzeugte in der Tat nicht durchweg, gerade ruhige Stücke wie "Powder Blue" wirkten live arg beliebig, die verzerrte Version von "Red", das mit gewagt ausgedrückt Beastie Boys-artiger Rhythmusarbeit völlig verfremdete "Coming Second" und natürlich die großartige aktuelle Single "Newborn" allein waren das Kommen aber schon wert und könnten sich zu Liveklassikern entwickeln. Und gerade die Dynamik im Material macht auf jeden Fall Vorfreude auf das nächste Konzert der Band aus Manchester.
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Friedrich Reip
http://www.elbow.co.uk
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